Natur und Landschaft: Wald

Naturpark und Erholungswald

Auf Grund längerer Freizeit gegenüber früheren Jahrzehnten haben die Erholungsaktivitäten der Bürger an Feierabenden, Wochenenden und in den Ferien deutlich zugenommen. Wandern, Joggen, Fahrradfahren, Reiten sind beispielsweise Beschäftigungen, die überwiegend in der freien Landschaft und da besonders gerne im Wald wahrgenommen werden.

Hessisches Naturschutzgesetz und Hessisches Forstgesetz gestatten jedermann ausdrücklich das Betreten, Reiten und Kutschfahren von Flur und Wald auf Straßen und Wegen zum Zwecke der Erholung. Darüber hinaus dürfen ungenutzte Grundstücke und bis auf einige Ausnahmen auch alle Waldbestände betreten werden.

Die naturräumlichen Beschaffenheiten und der hohe Waldanteil in Hessen bieten sowohl in den Randgebieten der Städte als auch im ländlichen Raum günstige Voraussetzungen für die Freiraumerholung. Besonders anziehend ist dabei der Wald, nicht allein als belebendes und gliederndes Element in der Landschaft, sondern auch wegen der Tatsache, dass er bei aller Vielfalt und Abwechslung dem Erholungssuchenden Stille, Beschaulichkeit, Entspannung und Naturerleben bietet.

Zum Erhalt dieser speziell für die Erholung der Bevölkerung besonders geeigneten Landschaften hat der Gesetzgeber zwei Schutzkategorien geschaffen: den Naturpark und den Erholungswald.


Naturparke

Großräumige Landschaften, die sich vor allem wegen ihrer landschaftlichen Voraussetzungen für die Erholung besonders eignen, in denen ein nachhaltiger Tourismus angestrebt wird, die durch vielfältige Nutzungen geprägt sind, sollen als Naturparke unter Beachtung der Ziele und Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege erschlossen und weiter entwickelt werden. Zum Schutz gegenüber Eingriffen sollen sie überwiegend als Landschaftsschutzgebiete oder Naturschutzgebiete ausgewiesen sein.

In Hessen bestehen 10 Naturparke, die insgesamt mehr als ein Drittel der Landesfläche einnehmen und vornehmlich in den abwechslungsreichen Mittelgebirgen liegen (siehe Karte). Ihre Träger sind als Zweckverbände oder eingetragene Vereine organisiert und nehmen Aufgaben der Erholungsraumgestaltung, wie die Anlage und Unterhaltung von Wanderwegen, Parkplätzen und Erholungseinrichtungen in Wald und Flur, als auch der Pflege der Kulturlandschaft wahr. Dabei spielen Gesichtspunkte des Arten- und Biotopschutzes eine zunehmend größere Rolle. Die meisten Naturparke werden durch die Forstverwaltung beraten und unterstützt, so zum Beispiel durch die Zuordnung von Forstbeamten als Fachkräfte bei den Naturparkträgern.


Erholungswald

Zur Sicherung von Waldflächen für die Erholung der Bevölkerung kann die Obere Forstbehörde in und in der Nähe von Verdichtungsgebieten, größeren Gemeinden, Heilbädern und staatlich anerkannten Kur- und Erholungsorten Flächen durch Rechtsverordnung zu Erholungswald erklären. Mit einbezogen werden können auch im Wald gelegene Wiesen, Felder und unbebaute Flächen.

Ingesamt sind in Hessen 33.147 ha zu förmlichem Erholungswald erklärt (siehe Karte). Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig im Verdichtungsgebiet Rhein-Main, wo durch viele Infrastrukturmaßnahmen, wie Straßen- und Siedlungsbau, zusammenhängende Wälder zerschnitten sind und nunmehr in ihrem Bestand für die Naherholung der Bevölkerung auf jeden Fall erhalten werden sollen.

    Auszug aus der Technischen Richtlinie zur Forsteinrichtung 2004

    (260) Erholung

    Die Zentrale erfasst Ausweisungen und Planungen über Erholungswälder gem. § 23 HForstG

    Der Forsteinrichter erfasst Wälder mit Erholungsfunktion, d. h. diejenigen Waldflächen, in denen Erholungssuchende besonders häufig anzutreffen sind. Nicht berücksichtigt werden Waldflächen mit durchschnittlichem oder geringem Besucheraufkommen. Ausschlaggebendes Kriterium zur Abgrenzung und Zuordnung zu den Intensitätsstufen ist die Besucherfrequentierung.

    Als Orientierungswerte gelten dabei für Tage mit Spitzenbesuch (z.B. 1. Mai, Himmelfahrtstag) folgende Werte:

    Die Bezugsfläche wird dabei auf Grund von örtlichen Erfahrungen an Hand der tatsächlichen Inanspruchnahme festgelegt.

    Als weitere Anhaltspunkte zur Abgrenzung können folgende Hinweise herangezogen werden:

    Außerdem sollten berücksichtigt werden:

    Zentrale und Forsteinrichter erfassen außerdem Punkte, bei denen eine weit überdurchschnittliche Ausstattung mit Erholungseinrichtungen vorliegt, als Erholungsschwerpunkte. Diese werden nicht im Datenbestand Forsteinrichtung verschlüsselt, jedoch nachrichtlich in die Flächenschutzkarte Hessen übernommen.



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