Natur und Landschaft: Schutzgebiete

Naturschutzgebiete in Hessen

Bedeutung

Ein wichtiges Instrumentarium des Naturschutzes ist die flächenbezogene Unterschutzstellung schutzwürdiger und schutzbedürftiger Flächen als Naturschutzgebiete. Naturschutzgebiete (NSG) sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft in ihrer Ganzheit oder in einzelnen Teilen erforderlich ist:


In Hessen sind in den verschiedenen Naturräumen über 760 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtgröße von mehr als 38.000 ha ausgewiesen (siehe Karte). Das entspricht einem Flächenanteil von ca. 1,8 % der Landesfläche. Die durchschnittliche Größe eines hessischen Naturschutzgebietes beträgt rund 50 ha.

Die Naturschutzgebiete selbst sind die Kernzellen eines großräumigen Biotopverbundes, der das Ziel hat, die Biodiversität zu sichern oder (wieder) zu entwickeln. Biotopverbund bedeutet dabei, dass ein Netzwerk unterschiedlichster Lebensräume für Tiere und Pflanzen erhalten oder dort, wo dieses Netzwerk Lücken bekommen hat, wieder hergestellt wird. Naturschutzgebiete stellen in diesem Netzwerk die Zellen höchster Naturnähe und Lebensraumbedeutung dar.

Schutzgebietsmanagement

Um seltene und wertvolle Tier- und Pflanzenarten oder Lebensgemeinschaften zu erhalten oder zu fördern, findet in den Schutzgebieten ein naturschutzfachliches Management statt. Um im Rahmen dieses Managements eine zielgerichtete Pflege und Entwicklung der Naturschutzgebiete zu gewährleisten, erstellen die Naturschutzbehörden Maßnahmenpläne (Pflege- und Entwicklungspläne).

Die Maßnahmenplanung konkretisiert das Schutz- und Pflegeziel gemäß der jeweiligen NSG-Verordnung und entwickelt spezifische Leitbilder für alle wesentlichen Biotop- und Lebensraumtypen sowie für die wertgebenden Arten.

Während die Mittelfristigen Maßnahmenpläne (MMP) einen mittelfristigen Planungsansatz verfolgen, verläuft die jährliche Steuerung über den jährlichen Maßnahmenplan. Dieser ist das zentrale Planungs- und Umsetzungsinstrument der jährlichen Arbeitsplanung und das wichtigste Instrument der Umsetzungsebene.

Als weiterer Baustein des naturschutzfachlichen Managements wird in Naturschutzgebieten am Beispiel ausgewählter und repräsentativer Lebensräume und Arten ein Biomonitoring durchgeführt. Das Biomonitoring ist ein wichtiges fachliches Instrument, um Entwicklungen und Trends, die beispielsweise durch eine bestimmte Bewirtschaftung oder Biotoppflege ausgelöst werden, zu verfolgen und kurzfristig evtl. negativen Einflüssen entgegenzusteuern.

Ergänzend zum Biomonitoring werden in ausgewählten Naturschutzgebieten Erfolgskontrollen durchgeführt. Dabei werden die qualitative und quantitative Umsetzung der Maßnahmen überprüft, die Erhaltungszustände von Biotopen und Lebensraumtypen bewertet und die ökologische Wirkung der Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen eingeschätzt.

Ehrenamtliche Schutzgebietsbetreuer unterstützen die Landesverwaltung bei der Maßnahmenplanung sowie beim Monitoring und Management der Schutzgebiete.

Gemeindeflächenbezogener Anteil der Naturschutzgebiete

In der Karte ist der gemeindeflächenbezogene Anteil der Naturschutzgebiete dargestellt. Es zeigt sich, dass die prozentualen Flächenanteile in den einzelnen Kommunen unterschiedlich groß sind. Die Bandbreite reicht von weniger als 0,5 % bis über 20 % Flächenanteil.

In dieser Ungleichverteilung spiegelt sich die unterschiedliche naturräumliche Ausstattung in den einzelnen Regionen und Kommunen wider. Aber auch beispielsweise die Besiedlungsdichte hat Auswirkungen auf den Anteil an Schutzgebietsfläche. So finden sich beispielsweise im ost- und nordosthessischen Raum oder auch entlang von Rhein und Main aufgrund der sehr vielfältigen Ausstattung mit schutzwürdigen und schutzbedürftigen Biotopen und Tier- und Pflanzenarten zahlreiche Naturschutzgebietsflächen. Der Flächenanteil im Gebiet der Stadt Frankfurt ist dagegen vergleichsweise gering



© 2013 Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie