Natur und Landschaft: Landschaftsplanung         - Standortkarte der Vegetation-

Die Standortkarte der Vegetation in Hessen

Potenzielle natürliche Vegetation der Waldfläche und natürliche Standorteignung für Acker- und Grünland

Vorwort

Vor über 30 Jahren erschien in den Abhandlungen des Hessischen Landesamtes für Bodenforschung das Buch E. SCHÖNHALS "Die Böden Hessens und ihre Nutzung" mit einer Übersichtskarte der Böden 1 : 300 000 und einem Beitrag von R. KNAPP über die "natürlichen und wirtschaftlich bedingten Pflanzengesellschaften und Wuchs-Räume" nebst einer von ihm bearbeiteten Karte der "Natürlichen Vegetation und Wuchsräume in Hessen 1 : 600 000". Seit dieser Zeit sind nicht nur stark eingreifende Veränderungen über unsere hessische Landschaft einhergegangen, sondern gleichzeitig hat die wissenschaftliche Ökologie, hier insbesondere die Vegetationskunde mit dem Werkzeug der Pflanzensoziologie, wesentliche Fortentwicklung erfahren. Den neuesten methodischen Stand der wissenschaftlichen Vegetationskartierung repräsentieren die Karten der potenziellen natürlichen Vegetation durch die Bundesforschungsanstalt für Naturschutz und Landschaftsökologie 1), von denen das von U. BOHN bearbeitete Blatt CC 5518 Fulda (Bonn-Bad Godesberg 1981) im Maßstab 1 : 200 000 wesentliche Teile von Hessen abdeckt. Dem gegenüber haben die verschiedenen Arten der Landschaftsnutzung und die ihnen zugrundeliegenden Planungen eigene Zweige der ökologischen Grundlagenermittlung und Standorterkundung entwickelt:
- Die forstliche Standorterkundung und -kartierung (M. = 1 : 25 000) wurde von K. ASTHALTER, Hessische Forsteinrichtungsanstalt 2), Gießen, auf der pflanzensoziologischen Grundlagenarbeit von R. KNAPP aufgebaut,
- die landwirtschaftliche Standortbewertung und -kartierung wurde von P. RICHTSCHEID, Hessisches Landesamt für Ernährung, Landwirtschaft und Landentwicklung, Wiesbaden, als natürliche Nutzungseignung, d.h. als natürlicher Wert der landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN), für den Landbau (Acker und Grünlandeignung) nach Maßgabe der örtlichen natürlichen Voraussetzungen (Standortfaktoren und deren Wechselwirkungen)

entwickelt und für Hessen als flächendeckendes Kartenwerk (M. = 1 : 50 000) erstellt,
- für den Siedlungsbereich stellt die Landschaftsplanung auf der Basis von Erhebungen der

Einzelpläne zur Bauleitplanung auf.
Die Gefährdung von Natur und Landschaft als Lebensraum und Lebensgrundlage des Menschen erfordert Rückbesinnung auf die natürliche Baumartenzusammensetzung der Waldgebiete und Berücksichtigung der natürlichen Standorteignung der kulturlandschaftlich umgeprägten Landschaftsteile. Aus diesem Grund wurde vorliegende Übersichtskarte der Vegetation Hessens (M. = 1 : 200 000) auf der Grundlage von pflanzensoziologischen Kartierungen durch U. BOHN, D. KORNECK, V. GLAVAC, 0. KLAUSING, A. KRAUSE, K. MEISEL, L. SCHRÖDER, W. TRAUTMANN und A. WEISS (1968-1983) und der Standortkarte von Hessen (Natürliche Standorteignung für landbauliche Nutzung) von P. RICHTSCHEID (1979) erarbeitet. Die Karte gibt Auskunft über die sich aus den natürlichen Bedingungen ergebenden ökologisch optimalen Nutzungsmöglichkeiten im Rahmen der derzeitigen Wald-Feldverteilung. Die Karte zeigt zugleich warnend den derzeit schon erreichten Landschaftsverbrauch durch Siedlungsfläche. Sie bildet somit eine Grundlage für folgende Planungsbereiche:

Die Erstellung der vorliegenden Karte war nur möglich durch entgegenkommende Bereitstellung auch unveröffentlichter Kartierungsergebnisse durch die Bundesforschungsanstalt für Naturschutz und Landschaftsökologie. Für vorbehaltlose Zusammenarbeit haben die Bearbeiter den Kollegen Prof. Dr. Trautmann, Dr. Bohn, Korneck und Schröder (Bonn) sowie Dr. Richtscheid (Wiesbaden) zu danken; die Reinzeichnung der Manuskriptkarte besorgte Frau Dipl.-Biol. H. Tiedge.

 

Verfasser: Dr. Otto Klausing, Albrecht Weiß, Wiesbaden 1986


1) Bundesforschungsanstalt für Naturschutz und Landschaftsökologie:
    heute: Bundesamt für Naturschutz
2) Hessische Forsteinrichtungsanstalt:
    heute: Hessen-Forst


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