Natur und Landschaft: Landschaftsplanung         - Die Naturräume Hessens -

Die Naturräume Hessens und ihre Haupteinheiten

35 Osthessisches Bergland

Das Osthessische Bergland als Ganzes ist das gegenüber dem Westhessischen Berg- und Senkenland (34) als in sich relativ geschlossene Bruchscholle herausgehobene östliche Glied des Hessischen Bruchschollentafellandes. In ihm ist daher der Buntsandstein nahezu durchgängig vertreten und mit Ausnahme vulkanisch mit Basalt überlagerter Teile auch weitgehend oberflächen- und reliefbestimmend. In Gräben und Horsten sind Muschelkalk bzw. Zechstein als Hangendes bzw. Liegendes der Buntsandsteintafel erhalten; die Zechsteinbasis ist aber nicht durchgängig in den Flusstälern angeschnitten. Auf einer durch die nach Osten abknickende Oberrheintaltektonik besonders stark beanspruchten Achse hat der tertiäre Vulkanismus großflächig den Vogelsberg aufgeworfen sowie in fast gleichem Abstand nördlich und östlich desselben Knüll und Rhön gebildet. Die zwischen diesen vulkanischen Bildungen ausgebildete große Fuldaer Senke, welche auch den so genannten Lauterbacher Graben mit umfasst, ist das eigentliche Sammelbecken der oberen Fulda, welche das nördlich anschließende Buntsandsteintafel- und Bergland durchfließt und mit ihren Zuflüssen in einzelne Pakete zerschnitten und zerlegt hat. Weiter im Norden hat die Werra einen ähnlichen Einfluss auf die Buntsandsteinbruchscholle des Osthessischen Berglandes ausgeübt, ohne dass indessen diese fluviatilen Einschneidungen den größerräumigen Zusammenhang der naturräumlichen Haupteinheiten durchgängig in Frage stellen; es sind dies folgende:

350 Unterer Vogelsberg
351 Hoher Vogelsberg (mit Oberwald)
352 Fuldaer Senke
353 Vorder- und Kuppenrhön (mit Landrücken)
354 Hohe Rhön
355 Fulda-Haune-Tafelland
356 Knüll-Hochland
357 Fulda-Werra-Bergland
358 Unteres Werrabergland
359 Salzunger Werrabergland

Lit.: 4, 8, 13, 14, 17, 18.

350/351 Vogelsberg

Innerhalb des Osthessischen Berglandes umfasst die geologisch-vulkanische Einheit des basaltischen Vogelsberges ihrer Höhenstufung nach zwei naturräumliche Haupteinheiten, den Unteren Vogelsberg (350) und den zentral aufgesetzten Hohen Vogelsberg (351). Dem Unteren Vogelsberg nordwestlich im Bereich des Westhessischen Berg-und Senkenlandes (34) vorgelagert ist der Vordere Vogelsberg (349).

350 Unterer Vogelsberg

Als mehrere bis maximal 20 km breiter Ring umschließt der Untere Vogelsberg den oft auch Oberwald genannten Hohen Vogelsberg (351). Er bildet vom Oberwaldplateau radial ausgehende Basaltrücken und Riedel, nur im Nordosten und Osten Teile des Buntsandsteinsockels mit umfassend. Das im basaltischen Teil größtenteils lößbeeinflusste, nur noch inselartig bewaldete flache Bergland mit Höhenlagen im Wesentlichen zwischen 300 bis 500 m ist überwiegend landwirtschaftlich mit hohem Grünlandanteil genutzt. Deutlich hiervon unterschieden ist das geschlossene Waldgebiet des Gieseler Forstes im Bereich des östlich austretenden Buntsandsteinsockels. Folgende sich hinsichtlich ihrer Exposition vor allem lokalklimatisch unterscheidende Naturräume setzen die naturräumliche Haupteinheit des Unteren Vogelsberges zusammen:

350.1 Nördlicher Unterer Vogelsberg
350.2 Nordwestlicher Unterer Vogelsberg
350.3 Östlicher Unterer Vogelsberg
350.4 Westlicher Unterer Vogelsberg
350.5 Südlicher Unterer Vogelsberg
350.6 Gieseler Forst

Während der basaltische Teil des Unteren Vogelsberges naturlandschaftlich insgesamt als Perlgras-Buchenwaldgebiet anzusehen ist, trägt das ehemalige Luzulo-Fagetumgebiet im Bereich des Buntsandsteins, insbesondere im Gieseler Forst heute ausgedehnte Kiefernforsten. In der zuletzt genannten Untereinheit sind mächtige Abraumhalden und Spitzkegel der bei Neuhof abgebauten Kalisalzlager praktisch vegetationsfrei und werden wohl auf Dauer von Menschenhand geschaffene Singularitäten des dortigen Naturraumes bleiben.
Lit.: 4, 13, 14, 17, 18.

351 Hoher Vogelsberg (mit Oberwald)

Die niederschlagsreiche Hochlage des Hohen Vogelsberges unterscheidet sich vom Unteren Vogelsberg weniger durch Böden und Gesteine als vielmehr klimatisch. Jahresniederschläge über 1000 bis in den höchsten Lagen über 1200 mm, lange Andauer der Schneedecke und schließlich auch die nach oben rankerartig flacher werdenden Böden setzen dem Ackerbau durch die verkürzte Vegetationsperiode eine klimatische Obergrenze und lassen das im Hohen Vogelsberg weit verbreitete Grünland in nur noch extensiv als Hutungen gelegentlich überweidbare Borstgrasrasen übergehen. Die in der Gipfellage aufgesetzt erhalten gebliebene Buchenwaldmütze des Hohen Vogelsberges wird Oberwald genannt. Folgende Untereinheiten werden unterschieden:

351.0 Westlicher Hoher Vogelsberg
351.1 Östlicher Hoher Vogelsberg
351.2 Oberwald

 

Die vom Oberwald abgesehen starke Entwaldung des Hohen wie auch des Unteren Vogelsberges ist für die ausgesprochene Hochwasserträchtigkeit bei einsetzender Schneeschmelze in Verbindung mit den wenig durchlässigen Basaltlehmböden ursächlich, da der verlangsamende Einfluss des Waldes auf die Schneeschmelze flächenhaft fehlt.
Lit.: 4, 13, 14, 17, 18.

352 Fuldaer Senke

Der im Nordosten des Vogelsberges tektonisch eingesenkte Großenlüder-Lauterbacher Graben (352.2) trifft mit dem im Südosten des Vogelsberges ebenfalls auf tektonisch vorgezeichneter Linie eingetieften Fliedetal (352.0) im Fuldaer Becken (352.1) zusammen. Das Fliedetal, welches der gleichen Störung wie das Kinzigtal aber in entgegengesetzter Richtung folgt, bildet nördlich des Landrückens (353) das kleinere Fliedener Becken (352.00), welches über das schmalere Kerzeller Fliedetal (352.01) mit der Weitung des Fuldaer Beckens verbunden ist. Die insgesamt waldfreie Fuldaer Senke mit den überwiegend aus Muschelkalk, Keuper und Löß gebildeten Böden wird, abgesehen von den meist grünlandgenutzten grundfeuchten Talböden, als Ackerland genutzt. Mit Niederschlägen um 650 mm liegt es deutlich im Regenschatten des Vogelsberges.
Lit.: 4, 13, 14, 18.

353/354 Rhön

Die im Bereich des Osthessischen Berglandes gelegene Rhön mit dem vulkanischen Kerngebiet der Hohen Rhön (354) klingt mit nach Norden und Westen abnehmendem Vulkanismus randlich absteigend in die Vorder- und Kuppenrhön (353) aus. Die ihr im Süden angelehnte und zur fränkischen Saale hin abgedachte Buntsandsteintafel der Südrhön (140) im Bereich des Hessisch-Fränkischen Berglandes (14) gehört schon der Region des Süddeutschen Schichtstufentafellandes an.
Lit.: 4.

353 Vorder- und Kuppenrhön (mit Landrücken)

Die zentrale Hohe Rhön (354) hufeisenförmig von Norden her umfassend, bildet die Vorder- und Kuppenrhön zwischen spitzen basaltischen Kegeln und breiteren vulkanischen Kuppen eine von Gewässern stark zerschnittene Plateaulandschaft. Über den basaltischen Landrücken ist der Vulkanismus des Vogelsberges mit dem der Rhön verbunden. Dieser dem Landrücken über die Hohe Rhön bis in die Kuppenrhön hineinverlaufenden vulkanischen Hauptkette ist die Vordere Rhön vorgelagert, welche auf hessischem Gebiet flächig ausgebildet ist. Über einer Tafel mittleren Buntsandsteins folgen Schichten des oberen Buntsandsteins (Rot) und, an vulkanisch geschützten Stellen, des Muschelkalks und Keupers, denen dann in der Regel Basaltdecken, -kegel oder -kuppen aufgesetzt sind. Vorder- und Kuppenrhön bilden ein relativ waldarmes, morphologisch in sich nicht einheitliches aber durch Übergangsformen zusammengehöriges Bergland, in dem folgende Unter- und besonders Teileinheiten für das hessische Gebiet unterschieden werden:

353.0 Landrücken
353.1 Westliches Rhönvorland
353.2 Kuppenrhön
353.20 Brückenauer Kuppenrhön
353.21 Milseburger Kuppenrhön
353.22 Soisberger Kuppenrhön
353.23 Mittleres Ulstertal
353.24 Auersberger Kuppenrhön

Von den stärker bewaldeten Gebieten der Brückenauer und Milseburger Kuppenrhön abgesehen, stützt sich die auf weitgestreute Weilersiedlungen und Einzelhöfe verteilte Landwirtschaft auf ein standörtlich bedingtes Flächenmosaik von meist inselartigen Ackerflächen und zungenförmig verbundenen Grünlandflächen.
Lit.: 4, 13, 18.

354 Hohe Rhön

Die Hohe Rhön als ein aus Basalt aufgebautes Mittelgebirge erreicht mit der Wasserkuppe als höchster Erhebung eine Höhenlage von 950 m. Die Niederschläge sind etwas geringer als in gleicher Höhenlage des Vogelsberges, erreichen aber auch hier über 1100 mm Jahresniederschlag. Hieran sind aber mit besonders hohem Anteil die Winterniederschläge beteiligt, so dass die Schneemenge der Hohen Rhön um 25 % höher als die des Vogelsberges ist. Die stark von Wald entblößte Hohe Rhön bringt in zahlreichen Blockschutthalden und Hangmooren austretende Quellen und aus ihnen hervorgehende Rinnsale hervor, als deren wichtigste hier Sinn, Fulda, Haune und Ulster als spätere Sammelfluter genannt werden. Die Hohe Rhön als hessisches Grenzgebirge zu Bayern und Thüringen hat in Hessen folgende naturräumliche Unter- und Teileinheiten:

354.0 Südliche Hohe Rhön
354.00 Dammersfeldrücken
354.1 Hochrhön
354.10 Wasserkuppenrhön
354.11 Lange Rhön
354.13 Oberes Ulstertal

Wie die Hohe Rhön bei heute nicht mehr ausgeübter Hutung gegenüber natürlicher Wiederbewaldung als offene überwiegend von Borstgrasrasen gebildete Landschaft erhalten bleiben kann, erscheint fraglich.
Lit.: 4, 13, 18.

355 Fulda-Haune-Tafelland

Das fast ganz bis auf den mittleren Buntsandstein abgetragene Fulda-Haune-Tafelland im Höhenbereich zwischen 200 und 400 m erreicht allerdings in dem herausragenden Basaltmassiv des Rimberges eine Höhe von 592 m. Die durch Täler der Jossa, Fulda und Haune zerschnittene Tafel ist in ihren Hochflächen und Rücken sowie den steileren Hängen auf den ärmeren Buntsandsteinböden überwiegend bewaldet. Anstelle der früher vorherrschenden Luzula-Buchenwälder sind etwa zu gleichen Teilen Kiefern- und Fichtenforsten getreten, besonders bekannt sind auch die im Schlitzer Land seit der Mitte des 18. Jahrhunderts angebauten Lärchen. Auf dem Basalt des Rimberges und anderen Basaltkuppen ist heute noch verbreitet der Perlgras-Buchenwald, in dem örtlich auf Blockhalden lindenreiche Schluchtwälder anzutreffen sind. Bei Jahresniederschlägen um 650 mm beschränkt sich die ackerbauliche Nutzung im Wesentlichen auf die tiefgründigeren und nährstoffreicheren Böden der Talhänge, doch gibt es auch hochgelegene Ackerflächen in Plateaulagen auf häufig flachgründigen Sandsteinverwitterungsböden, die durch Tiefumbruch im mürben Gestein wesentlich verbessert werden konnten. Die Flußauen von Haune, Fulda und Jossa sowie die flacheren Talgründe werden grünlandgenutzt. Im Fuldatal wird stellenweise Kies und Sand gewonnen. Das im Zusammenfluss mit der Haune zur Hersfelder Senke erweiterte Fuldatal, in dem auch Mineralquellen auftreten, unterliegt nach einem in jüngerer Zeit durchgeführten Gewässerausbau mit Eindeichung zunehmend industrieller Überbauung. Die naturräumliche Untergliederung des Fulda-Haune-Tafellandes lässt folgende Einheiten erkennen:

355.0 Ottrauer Bergland
355.1 Schlitzer Land
355.2 Kämmerzell-Hersfelder Fuldatal
355.20 Kämmerzell-Asbacher Fuldatal
355.21 Hersfelder Senke
355.3 Haune-Hochflächen
355.30 Rombach-Hochflächen
355.31 Haunetal
355.310 Oberes Haunetal
355.311 Hünfelder Becken
355.312 Unteres Haunetal
355.32 Buchenauer Hochfläche
355.4 Kirchheimer Bergland

Lit.: 4, 13, 14.

356 Knüll-Hochland

Der über den Rimberg und andere Basaltkuppen des Fulda-Haune-Tafellandes (355) mit dem Vulkanismus des Vogelsberges (350/351) verbundene Knüll erscheint fast wie ein verkleinertes Abbild des Vogelsberges. Dies wird in seiner Untergliederung deutlich:

356.0 Westliches Knüllvorland
356.1 Östliches Knüllvorland
356.2 Hochknüll
356.3 Homberger Hochland

Mit dem zwischen 500 bis 550 m hohen Hochknüll, aus dem das Knüllköpfchen mit 634 m und der Eisenberg mit 636 m aufsteigen, sowie mit Jahresniederschlägen bis zu 830 mm werden jedoch nicht die Höhen- und Klimastufen des Hohen Vogelsberges oder der Hohen Rhön erreicht. Neben Basalten und Tuffen sowie dem weitverbreiteten Löß treten als bodenbildende Gesteine, neben dem im Osten vorherrschend angelehnten Buntsandstein und in diesen eingesprengten Muschelkalkresten, tertiäre Sande und Tone auf, welch letztere zur Staunässebildung neigende Böden bilden. Der Vielgestaltigkeit der bodenbildenden Gesteine und der Reichhaltigkeit der Reliefgliederung entsprechend, ist das Knüll-Hochland ein im Kleinrelief ökologisch mannigfaltig gegliedertes Bergland, dessen ökologische Amplitude von Trockenrasen über Perlgras-Buchenwälder bis zu feuchten Eichen-Hainbuchenwäldern reicht. Bei überwiegender Waldbedeckung mit noch immer hohen Laubwaldanteilen ist die besonders im Homberger Hochland vorherrschende Landwirtschaft vorwiegend ackerbaulich ausgerichtet und das Grünland im Wesentlichen auf die staunassen Böden und grundfeuchten Talböden beschränkt.
Lit.: 4, 8, 13, 14.

357 Fulda-Werra-Bergland

Das an den Knüll und die nördlichen Ausläufer der Rhön nach Norden anschließende, hier vom südlicheren Fulda-Haune-Tafelland abgetrennte Fulda-Werra-Bergland stellt die größte und dabei nördlichste Bruchscholle des Osthessischen Berglandes (35) dar. Diese ausgedehnte Buntsandsteintafel, an welche im Osten bereits die äußersten Randplatten des Thüringer Beckens angelehnt sind, ist großräumig betrachtet geologisch außerordentlich einfach und klar gebaut: zwischen einer westlichen Teilscholle, welche den Kaufunger Wald, die Söhre, das Melsunger Bergland und den Eichelsberg sowie die Melgershäuser Höhen umfasst, und einer östlichen Hauptscholle ist der Muschelkalkgraben des Wichtetales (357.01) und der Witzenhausen-Altmorschener Talung (357.5) eingesenkt; die östliche Hauptscholle ist in ihrem Kern stark aufgewölbt und lässt oberen und mittleren Zechstein an die Oberfläche treten. Die von Süden in die Hauptscholle eintretende Fulda biegt bei Bebra nach Nordwesten um und durchschneidet mit dem sie begleitenden Fuldatal die vorstehend skizzierte Gesamttektonik rechtwinklig. Der Witzenhausen-Altmorschener Graben ist im Bereich seiner größten Breite und Tiefe, welche eingesenkte Keuperschichten enthalten, beiderseits vulkanisch durch Meißner im Osten und Hirschberg im Westen flankiert. Meißner und Hirschberg sowie einige weitere Basaltkuppen sind bewaldet, ebenfalls geschlossene Bewaldung trägt der Buntsandstein dieses Gebietes; die Muschelkalk-, Keuper- und Zechsteinböden sowie das Fuldatal sind waldfrei. Somit spiegelt die Waldverteilung exakt die geologischen Verhältnisse wieder. Die Wälder dieses Gebietes sind, von den Basaltstandorten abgesehen, durchgängig von Natur aus Luzula-Buchenwälder, welche heute noch etwa die Hälfte des Waldbestandes gegenüber Kiefern und Fichten ausmachen. Die Mehrzahl der waldfreien Standorte trägt auf basenreichen tiefgründigen Böden fruchtbares Ackerland, nur auf stellenweise flachgründigen Kalkverwitterungsböden sind früher beweidete Kalktrockenrasen und Reste von Kalkbuchenwäldern anzutreffen. So einfach und klar der Grundaufbau dieses in sich einheitlichen Fulda-Werra-Berglandes im Prinzip ist, so vielgestaltig ist seine Ausformung in einzelne kleinere, in sich geschlossene Naturräume:

357.0 Neuenstein-Ludwigsecker Höhenzug
357.00 Rotenburg-Ludwigsecker Wald
357.01 Wichtetal
357.02 Eichelsberg
357.03 Melgershäuser Höhen
357.1 Bebra-Melsunger Fuldatal
357.10 Friedlos-Mecklarer Fuldatal
357.11 Bebraer Becken
357.12 Rotenburger Fuldatal
357.13 Melsunger Fuldatal
357.2 Solztrotten- und Seulingswald
357.20 Seulingswald
357.21 Solztrottenwald
357.22 Nesselröder Mulde
357.3 Sontraer Hügelland
357.30 Ibaer Hügelland
357.31 Sontraer Land
357.32 Schemmerbachgrund
357.4 Stölzinger Bergland (Stölzinger Gebirge)
357.40 Haselbach-Bebra-Bergland
357.41 Stolzhäuser Rücken
357.42 Vockeroder Bergland (mit Katzenstirn)
357.5 Witzenhausen-Altmorschener Talung
357.50 Spangenberger Senke
357.51 Hessisch-Lichtenauer Becken
357.52 Velmeder Tal
357.53 Rommeroder Hügelland
357.54 Waldkappeler Wehretal
357.6 Melsunger Bergland (mit Günsteroder Höhe)
357.7 Kaufunger Wald (mit Söhre)
357.70 Söhre
357.71 Kaufunger-Wald-Hochfläche (Vorderer Kaufunger Wald)
357.72 Hinterer Kaufunger Wald
357.8 Meißnergebiet
357.80 Nördliche Meißnervorberge
357.81 Hoher Meißner
357.82 Finkenberg-Dachsberg-Zug
357.9 Sontra-Bergland (mit Schlierbachswald)
357.90 Hosbach-Sontra-Bergland
357.91 Schlierbachswald

Im Rahmen der vorstehenden Feingliederung nimmt der Hohe Meißner ökologisch eine Sonderstellung ein: als 720 bis 754 m hohes Basaltplateau ist er der höchste Berg Nordhessens und durch zahlreiche Blockhalden und Blockströme Standort farnreicher Buchenwälder und Eschen-Ahornschluchtwälder in hoher Bergnebelzone. Seine ursprüngliche Morphologie ist durch den inzwischen historischen Braunkohlentagebau dauerhaft verändert.
Lit.: 4, 8, 13.

358 Unteres Werraland

Das Kernstück des Unteren Werralandes ist das weite Eschweger Becken. Dieses ist nicht nur durch die Ausräumung des Buntsandsteins und der unter ihm von der Werra angeschnittenen Zechsteinsedimente entstanden, sondern wohl auch durch die unterirdische Auslaugung von Zechsteinsalzen und nachfolgendes dolinenartiges Absinken. Die Bad Soodener Sohlequellen deuten auf rezente Andauer dieses Mechanismus. In der Achse dieses Beckens zeigt das Osthessische Bergland hier eine nach Nordwesten axial gerichtete Aufwölbung, die nicht nur den Zechstein, sondern sogar oberdevonische Grauwacken, devonische Schiefer und mit ihnen verbundene Diabase an die heutige Oberfläche gehoben hat. Folgende Kleinräume sind auf hessischem Gebiet zu unterscheiden:

358.0 Unterwerrasattel
358.00 Kleinalmeroder Hügelland
358.01 Unteres Gelsertal
358.02 Soodener Bergland
358.03 Meißnervorland
358.1 Treffurt-Wanfrieder Werratal
358.2 Eschweger Becken
358.20 Schwebda-Jestädter Werraaue
358.21 Eschweger Hügelland
358.22 Wehreniederung
358.23 Weidenhäuser Hügelland
358.24 Wernersbergzug
358.3 Sooden-Allendorfer Werratal
358.30 Albunger Werratal
358.31 Allendorfer Weitung
358.32 Lindewerra-Werleshäuser Schlingen
358.4 Witzenhausen-Hedemündener Werratal
358.5 Rosoppe-Frieda-Bucht
358.50 Rosoppe-Frieda-Hügelland
358.52 Südliches Gobertvorland
358.6 Höheberg
358.8 Neuseesen-Werleshäuser Höhen
358.9 Sandwald

Von den vorstehend genannten Einheiten sind die unmittelbar flussbegleitenden Tallagen und das Eschweger Becken sowie das schwach geneigte Meißnervorland und das Kleinalmeroder Hügelland als vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Naturräume waldfrei; die flussbegleitende Grünlandaue wird stellenweise durch Kies- und Sandentnahme verändert. Das südlich der Werra gelegene Soodener Bergland wie auch die nördlich der Werra zu den Randplatten des Thüringer Beckens aufsteigenden Hänge sind bewaldet und tragen gesteinsabhängig in kleinräumigem Wechsel überwiegend durch trockene Standorte gekennzeichnete Wälder und Forsten; klimatisch am trockensten ist der Raum um Eschwege, der im Regenschatten des Meißner weniger als 600 mm Jahresniederschlag erhält.
Lit.: 4, 8.

359 Salzunger Werrabergland

Das Salzunger Werrabergland, als salztektonisch entstandene Senke und ebenfalls im Regenschatten des Osthessischen Berglandes liegend, und daher nicht nur genetisch, sondern auch ökologisch-naturlandschaftlich dem Unteren Werrabergland ähnlich, und ebenso wie dieses mit einem zentralen Becken, dem Berkaer Becken, versehen, greift nur randlich mit einigen Untereinheiten von Osten auf das Verwaltungsgebiet des Landes Hessen über. Als solche sind hier zu nennen:

359.0 Stadtlangsfelder Hügelland
359.01 Unteres Ulstertal
359.1 Salzungen-Herleshausener Werratal
359.11 Dorndorf-Heringer-Werratal
359.12 Berkaer Becken
359.13 Neustädt-Hörscheler Werratal
359.2 Frauenseer Hügelland

Die waldfreien Tallagen und das breite grundfeuchte Berkaer Becken sind zum Teil versumpft.
Lit.: 4, 7, 13.


© 2013 Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie