Natur und Landschaft: Landschaftsplanung         - Die Naturräume Hessens -

Die Naturräume Hessens und ihre Haupteinheiten

29 Mittelrheingebiet

Als Mittelrheintal bezeichnet man das Durchbruchstal des Rheines durch das Rheinische Schiefergebirge. Von seinen drei charakteristischen Teilstücken, dem Oberen Mittelrheintal (290), dem Mittelrheinischen Becken (291), das auch unter dem Namen Neuwieder Becken bekannt ist, und dem Unteren Mittelrheintal (292) hat Hessen nur an der erstgenannten Haupteinheit flächenmäßig Anteil.
Lit.: 4, 11, 20.

290 Oberes Mittelrheintal

Das Obere Mittelrheintal umfasst mit dem so genannten Binger Loch (290.0) und dem daran anschließenden Bacharacher Rheintal (290.1) das schmälste und am tiefsten eingeschnittene Teilstück des Rheindurchbruchs durch das Rheinische Schiefergebirge. Mit 25 - 30° steilen und zum Teil über 400 m hohen Talwänden ist hier ein Engtal ausgebildet, das im Bereich des Binger Loches am oberen Rand der Talkanten weniger als 2 km Breite aufweist. Der hier vom Rhein durchschnittene Taunusquarzit bildet nicht nur die randliche Begrenzung der steilen Talflanken, sondern auch die Grundschwelle der im Flussbett des Binger Loches vorhandenen Riffe. Die Hänge des in zahlreiche Rippen, Furchen und Kerben gegliederten Canons sind naturlandschaftlich als Standorte bodensaurer Eichen- und Eichenhain-Buchenwälder und besonders des thermophilen Eichen-Elsbeerenwaldes aufzufassen, doch sind wohl auch natürlicherweise waldfreie Felsflurgesellschaften und Trockenrasen eingesprengt. Der früher hier auf Kleinstterrassen betriebene Weinbau ist in dieser Betriebsform rückläufig und kann nur stellenweise durch stark in das Relief eingreifende landeskulturelle Maßnahmen in großflächige Weinbergsanlagen überführt werden. Damit geht ein Teil des seither noch weitgehend naturräumlich bedingten Fliesengefüges in ein größerräumig kulturräumlich bedingtes über. Eine im wörtlichsten Sinne einschneidende Veränderung im geodynamischen Sinne erfährt derzeit die Sohle des Rheinstromes durch Sprengungen im Quarzit zur Vertiefung der Fahrrinne.
Lit.: 4, 11, 20.


© 2013 Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie