Natur und Landschaft: Landschaftsplanung         - Die Naturräume Hessens -

Die Naturräume Hessens und ihre Haupteinheiten

31 Gießen-Koblenzer Lahntal

Zwischen Hunsrück und Taunus im Süden und Eifel und Westerwald im Norden zieht sich als alte, aus der Gebirgsbildung hervorgegangene Senke die so genannte Trogfläche des Rheinischen Schiefergebirges von Trier bis nach Gießen. Linksrheinisch folgt ihr das Untere Moseltal, rechtsrheinisch hat sich hier das Gießen-Koblenzer Lahntal ausgebildet. Es ist damit naturräumlich verschieden von dem nach oben anschließenden, am Rande des Rumpfschollengebirges, aber außerhalb desselben in nordsüdlicher Richtung verlaufenden Marburg-Gießener Lahntal (vgl. 348). Das im Anschluss an die Idsteiner Senke (vgl. 303) nach Norden zwischen Taunus und Westerwald tektonisch eingesenkte Limburger Becken bedingt eine orographische, genetisch allerdings nur scheinbare Erweiterung des Lahntales in diesem Abschnitt zu einer in sich geschlossenen naturräumlichen Einheit nördlich und südlich der Lahn, so dass im Gießen-Koblenzer Lahntal drei naturräumliche Haupteinheiten unterschieden werden müssen:

310 Unteres Lahntal (außerhessisch)
311 Limburger Becken
312 Weilburger Lahntal

Nur die beiden letztgenannten Einheiten sind nachstehend zu betrachten.
Lit.: 3, 4, 11, 14, 17.

311 Limburger Becken

Das in die Trogfläche des Rheinischen Schiefergebirges tektonisch eingesenkte Limburger Becken ist in den paläozoischen Grundgesteinen des Untergrundes großflächig von Löß überdeckt und bildet ein fast waldfreies, ackerbaulich genutztes, flaches, am Nord- und Südrand stärker bewegtes Hügelland, das in seinem zentralen Teil von der in weiten Schlingen ostwestlich fließenden Lahn in drei Untereinheiten, letztere nochmals in zwei Teileinheiten gegliedert ist:

311.0 Nördliches Limburger Becken
311.1 Limburger Lahntal
311.2 Südliches Limburger Becken
311.20 Linterer Hochfläche
311.21 Kirberger Hügelland

Das Limburger Becken liegt in seinem Hauptteil 150 bis 200 m hoch und ist gegenüber dem Westlichen Hintertaunus zwischen Hahnstätten und Kirberg scharf begrenzt. Gegen Norden ist der Rand des Limburger Beckens buchtig mit den Basalthöhen des Westerwaldes verzahnt. In den zentralen Teil des Beckens ist das Limburger Lahntal mit seiner bei 100 bis 150 m liegenden Talsohle stellenweise sehr scharf eingeschnitten. Trotz dieser vorflutgünstigen Lage finden sich im Limburger Becken, insbesondere im Bereich der Linterer Hochfläche verbreitet staunasse Pseudogley- und Grundwasserböden. Neben solchen gibt es im Limburger Becken verbreitet degradierte Waldsteppenböden, deren Entstehung der Niederschlagsarmut dieses Gebietes zuzuschreiben ist. Da Waldreste weitgehend fehlen und das Gebiet bereits in der Jungsteinzeit besiedelt war und in der Bronzezeit wohl auch schon weitgehend gerodet wurde, ist der urlandschaftliche Charakter nicht bekannt. Ausgedehnte Entwässerungen und Dränungen haben ihn jedenfalls naturlandschaftlich stark verändert. Die volkstümlichen Bezeichnungen Goldene Grafschaft und Goldener Grund (vgl. Idsteiner Senke 303) kennzeichnen die Fruchtbarkeit dieser bördenartigen Ackerlandschaft.
Lit.: 4, 11.

312 Weilburger Lahntal

Das Weilburger Lahntal ist ein mit steilen Hängen in die randlich begleitenden Rumpfflächen von Oberwesterwald und Östlichem Hintertaunus 40 bis 80 m tief eingeschnittenes Trogtal. Aus der flachen Talsohle steigen die Hänge steil, zum Teil felsig auf und zeigen an der Oberkante zur alten Trogfläche Reste alter Lahnterrassen. Die Steilhänge sind größtenteils bewaldet, die Talaue hingegen ist weitgehend waldfrei und landwirtschaftlich, meist als Grünland, genutzt. Eine weiter gehende Feingliederung in naturräumliche Teileinheiten haben Fischer (3) sowie Müller-Miny und Bürgener (11) unter Einbeziehung hoch gelegener Trogflächenreste im Bereich der Gaudernbacher Platte (vgl. 323.3) und der Edelsberger Platte (vgl. 302.1) versucht, auf deren Wiedergabe aber hier verzichtet wird.
Lit.: 3, 4, 11, 14, 17.


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