Luft: Emissionskataster

Emissionskataster Kleingewerbe

Erhebungsmethode

In der Emittentengruppe Kleingewerbe werden die nach Bundes-Immissionsschutzgesetz nicht genehmigungsbedürftigen Anlagen zusammengefasst. Ausgenommen hiervon sind kleine und mittlere Feuerungsanlagen, die als eine eigene Emittentengruppe geführt werden. Emissionen aus dem handwerklichen Sektor, die außerhalb von Betriebsstandorten bzw. Anlagen entstehen (z. B. Malerhandwerk, Baugewerbe), sind der Emittentengruppe privater Verbrauch zugeordnet.

Die Emissionsberechungen erfolgten 1995 kleinräumig und auf die einzelnen kleingewerblichen Anlagen bezogen. Bei den folgenden Erhebungen in den Jahren 2000 und 2006 wurde aufgrund des geringeren Aufwandes ein betriebsbezogener Ansatz gewählt. Im kleingewerblichen Bereich wurden für diese Bezugsjahre die Emissionen von rund 13.000 Betrieben erhoben. Auf Grundlage der Anzahl der Betriebe und unter Nutzung von branchen-spezifischen Emissionsfaktoren wurden die Emissionen berechnet. Dabei wurden die Schadstoffe Staub und NMVOC von folgenden Branchen betrachtet:


Ab Ende der 70er Jahre sind Kleingewerbe-Emissionen in den vier hessischen Untersuchungsgebieten erhoben worden. Landesweite Emissionsdaten für das Teilkataster Kleingewerbe liegen für die Jahre 1995, 2000 und 2006 vor. Die kleinste räumliche Einheit der Emissionskataster 2000 und 2006 ist die kreisfreie Stadt bzw. der Landkreis.

Emittierte Stoffe

Im Teilkataster Kleingewerbe werden hauptsächlich Emissionen von organischen Gasen und Stäuben geführt. Die folgende Tabelle zeigt die Kleingewerbe-Jahresemissionen der Bezugsjahre 1995, 2000 und 2006.

Tab. 1: Jahresemissionen des Kleingewerbes in Hessen (1995, 2000 und 2006)

Komponenten
Emission [t/a]
  1995 2000 2006
Anorganische Gase
Kohlenmonoxid (CO)
64
-
-
Stickstoffoxide (angegeben als NO2)
2
-
-
Organische Gase      
NMVOC *
10.596
10.287
9.596
Stäube
Staub **
257
206
198
.
- keine Emissionsdaten vorhanden
* flüchtige organische Verbindungen ohne Methan
** Da bei den emittierten Stäuben keine Erkenntnisse über die Korngrößenverteilung vorliegen,
wird der gesamte Staub als Feinstaub (PM10) betrachtet.


Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC)

Stoffeigenschaften

Der Parameter NMVOC setzt sich aus einer Vielzahl verschiedener Stoffe zusammen, die sich oftmals nicht im Einzelnen angeben lassen. Je nach Emittentengruppe ist unterschiedlich viel über seine Zusammensetzung bekannt.

Da sich hinter den NMVOC völlig unterschiedlich zu bewertende und u. U. auch in geringen Mengen gesundheitsschädigende, teilweise sogar krebserregende Komponenten verbergen, lassen sich zur toxischen Wirkung dieser Summengröße auf den Menschen pauschal keine Aussagen machen; dies kann nur über eine Betrachtung der Einzelstoffe erfolgen. – Generell tragen die Kohlenwasserstoffe innerhalb der NMVOC als Ozon-Vorläufersubstanzen zum Problemkreis Sommersmog bei. Außerdem können bestimmte Stoffklassen zum Abbau der Ozonschicht in der Stratosphäre (Ozonloch) oder zur Erwärmung der Atmosphäre (Treibhauseffekt) führen.

Kartenbeschreibung

Die Emissionskarte zeigt die auf die jeweilige Kreisfläche bezogenen NMVOC-Jahresemissionen der Emittentengruppe Kleingewerbe für die hessischen Landkreise bzw. kreisfreien Städte im Jahr 2006. Die NMVOC-Emissionen für die Emittentengruppe Kleingewerbe lag in Hessen bei 9.596 t/a. Hierbei wurden die Emissionen von 12.747 kleingewerblichen Betrieben in Hessen ermittelt.

Die Emissionen verteilen sich zu ca. 18 % auf die Bereiche der Kraftstoffumfüllung und -verteilung (Tankstellen, Tanklager). Etwa 82 % der NMVOC-Emissionen entfallen auf die Herstellung und die Anwendung von Lösemitteln bzw. lösemittelhaltigen Stoffen. Hauptsächliche Emittenten sind hierbei Lackierereien (21,9 %), Druckereien (19,4 %), die Kunststoffbe- und -verarbeitung (12,4 %) sowie die Metallbe- und -verarbeitung (12,4 %).

Die höchsten NMVOC-Emissionen pro km² weisen die kreisfreien Städte Offenbach, Kassel und Frankfurt mit jeweils mehr als 3 t/(km² x a) auf. Die flächenspezifischen NMVOC-Emissionen der Landkreise liegen dagegen zwischen ca. 1,6 t/(km² x a) beim Main-Taunus-Kreis und ca. 0,14 t/(km² x a) beim Vogelsbergkreis.


© 2010 Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie