Luft: Emissionskataster

Ausgewählte Emittentengruppen - reaktiver Stickstoff

Mit der Emissionsminderung der klassischen Luftschadstoffe, wie etwa Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid oder Staub, tritt für die Luftreinhaltung mehr und mehr der so genannte reaktive Stickstoff in den Vordergrund. Hierunter werden alle Stickstoffverbindungen außer Distickstoff (N2) verstanden. Reaktiv deshalb, weil diese Stickstoffverbindungen in der Atmosphäre chemisch reagieren oder die Atmosphäre auf andere Art beeinflussen. Deshalb gehört auch Distickstoffoxid (N2O) zu dieser Gruppe. N2O ist zwar in der unteren Atmosphäre chemisch inert, hat jedoch über den Treibhauseffekt Einfluss auf die Temperatur der Atmosphäre.
Reaktiver Stickstoff wird nahezu ausschließlich über Deposition aus der Atmosphäre entfernt und wirkt dann versauernd und eutrophierend. Feinstäube in der Atmosphäre haben einen hohen Anteil an Stickstoffverbindungen, insbesondere Ammoniumsalze.

In der folgenden Tabelle wurden die im hessischen Emissionskataster aufgeführten Emissionen von NO, NO2, NH3 und N2O der einzelnen Emittentengruppen auf reaktiven Stickstoff (N) umgerechnet (siehe letzte Tabellenspalte).

Tabelle 1: Emissionen von reaktivem Stickstoff in Hessen

Stickstoff-
monoxid
(NO)
[t/a]

Stickstoff-
dioxid
(NO2)
[t/a]

Ammoniak
(NH3)
[t/a]

Lachgas
(N2O)
[t/a]

 
Reaktiver
Stickstoff
(N)
[t/a]

Industrie 2008

-

11.637

82

254

 

3.771

Gebäudeheizung 2006

-

10.884

-

135

 

3.398

Kfz-Verkehr 2005

-

54.813

958

267

 

17.641

Biogene und nicht gefasste Quellen 2006

3.131

-

21.754

3.131

 

21.369

Flugverkehr 2005

-

2.865

-

-

 

872


Kartenbeschreibung

Auf der Karte sind die Emissionen des reaktiven Stickstoffs auf Kreisebene dargestellt, die von den Emittentengruppen Industrie, Gebäudeheizung, Kfz-Verkehr (Verkehr ohne Flugverkehr) sowie den biogenen und nicht gefassten Quellen im Jahr 2005/2006/2008 freigesetzt wurden. In ländlichen Gebieten dominieren hier die biogenen Quellen (NH3, NO und N2O aus der Landwirtschaft), während ansonsten meist der Kfz-Verkehr (NO2) den größten Anteil der reaktiven Stickstoffemissionen stellt. Nur in Land- bzw. Stadtkreisen mit Großkraftwerken sind in der Karte auch die Industrieemissionen (NO2) als gelber Balken deutlich sichtbar.

In Abbildung 1 sind noch einmal die Emissionsanteile des reaktiven Stickstoffs aus Tabelle 1 für die beteiligten Emittentengruppen grafisch dargestellt. Deutlich fallen die Emissionen der Biogenen und nicht gefassten Quellen (Landwirtschaft) auf. Der Verkehr (Kfz-Verkehr einschließlich Flugverkehr) ist mit ca. 39 % beteiligt, während die Industrie und die Gebäudeheizung mit ca. 8 % bzw. ca. 7 % weniger stark ins Gewicht fallen.


Abb. 1: Emissionen des reaktiven Stickstoffs in Hessen aufgeschlüsselt nach Emittentengruppen



© 2010 Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie