Landwirtschaft: Standortkarten

Hydrogeologische Karte

Wasser nimmt im Stoffkreislauf der Natur sowohl quantitativ als auch qualitativ eine herausragende Stellung ein. Durch seine große Lösungsfähigkeit gegenüber vielen festen, flüssigen und gasförmigen Stoffen erfüllt es wichtige Funktionen für die geochemischen Stoffkreisläufe. Das Lösungs- und Transportvermögen des Wassers für Nährstoffe und für biologische Stoffwechselprodukte ist Voraussetzung für den Aufbau organischer Substanz und die Existenz von Leben. Als Wasserkreislauf bezeichnet man den ständigen Wechsel sowohl des Ortes als auch des Aggregatzustandes des natürlich vorkommenden Wassers. Die Hauptfaktoren dieses Kreislaufs sind Niederschlag, Abfluss und Verdunstung.
Um die Funktion des Wassers im Naturhaushalt zu sichern, sind Grund- und Oberflächenwasser in Qualität und Quantität zu sichern. Als Bestimmungsgröße dafür dienen die Grundwasserneubildung, die Grundwasserergiebigkeit sowie die Naturnähe von Oberflächengewässern.

Grundwasserergiebigkeit

Die Grundwasserergiebigkeit ist in der Standortkarte von Hessen "Hydrogeologische Karte" dargestellt. Dazu wurde in Pumpversuchen die Ergiebigkeit von Bohrbrunnen in 50 bis 100 m Tiefe ermittelt.

Für eine zukünftige Trinkwassergewinnung kommen Gebiete mit hoher Ergiebigkeit in Frage. Darüber hinaus wird folgenden Gebieten eine hohe Eignung/Funktion im Naturhaushalt zugesprochen:

Tabelle: Bewertung der Grundwasserergiebigkeit

mittlere Ergiebigkeit im Pumpversuch
in l/s bei Bohrbrunnen
von 50-100 m Tiefe

Ergiebigkeitsstufe

0-2
sehr gering
< 3 im Festgestein
ca. 5 im Lockergestein
gering
< 5 im Festgestein
< 20 im Lockergestein
mittel
10-50
groß


Verschmutzungsempfindlichkeit

Die Verschmutzungsempfindlichkeit des Grundwassers wird durch Art und Mächtigkeit der den Grundwasserleiter vor oberirdischen Verunreinigungen schützenden Deckschichten (z.B. undurchlässige Gesteine) bestimmt und/oder durch Eigenschaften des Grundwasserleiters selbst (z.B. Kluft- bzw. Porengrundwasserleiter, Sorptionskapazität, mikrobielle Aktivität).

Auf der Karte sind nur die großflächig anstehenden Gesteinseinheiten (Grundwasserleiter) wiedergegeben. Örtliche Abweichungen, z.B. mächtigere Löß- und Decklehmschichten, die zu örtlich anderen Einstufungen führen, wurden nicht dargestellt.
Unter Beachtung landwirtschaftlicher Nutzungsarten und -intensitäten (hier: Düngung) werden 6 Stufen der Empfindlichkeit bzw. Gefährdung des Grundwassers ausgewiesen. Fest- bzw. Lockergesteine (Kluft- und Porengrundwasserleiter) zeigen aufgrund ihrer völlig andersartigen physikalisch-hydraulischen Eigenschaften bei der Verschmutzungsempfindlichkeit ein deutlich unterschiedliches Verhalten.

Wegen ihrer gleichmäßigeren, wesentlich besseren Filterwirkung und ihrer meist deutlich geringeren Grundwasserabstandsgeschwindigkeiten (vielfach nur ein Hundertstel oder weniger) haben Porengrundwasserleiter generell eine bessere Reinigungswirkung und sind damit weniger verschmutzungsempfindlich als Kluftgrundwasserleiter, die sich in gleicher Weise von den Karstgrundwasserleitern abheben, die nahezu kein Selbstreinigungsvermögen aufweisen.

Innerhalb der Großgruppen gilt, dass zunehmender Ton-/Schluffgehalt, Grundwasserflurabstand, abnehmende Durchlässigkeit und ähnliche Parameter die Reinigungswirkung erhöhen und damit die Verschmutzungsempfindlichkeit verringern.

Verschmutzungs-
empfindlichkeits-
stufe

Mineraldünger

organischer Dünger Gülle

A 1

+ +

+

A 2

+ +

+

B 1

+ +

0

B 2

+ 0

0

C 1

0 0

-

C 2
0 0 -

 

Beurteilung:

+  zulässig
0  nur in Trockenperioden während der Vegetationszeit
-  nicht zu empfehlen

© 2013 Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie