Klima: Klima – Vergangenheit/Wasserbilanz

Die Wasserbilanz

Die Wasserbilanz ist die Differenz zwischen Niederschlag und Verdunstung, sie wird wie diese beiden Größen in mm angegeben. Die Wasserbilanz wird für jeden Rasterpunkt aus den Rasterfeldern der beiden Basisparameter Niederschlag und Verdunstung bestimmt. Als Maß für die Verdunstung wird hier die Grasreferenzverdunstung benutzt. Dabei ist zu beachten, dass die tatsächliche Verdunstung in Trockenperioden geringer ist, da der Vegetation in dieser Zeit nicht so viel Wasser zur Verfügung steht wie in der Berechnung angenommen wird (siehe Verdunstung). Daraus folgt, dass die Wasserbilanz insbesondere in Trockenperioden etwas zu negativ dargestellt wird. Wenn die Wasserbilanz negativ ist bedeutet das, dass mehr Wasser verdunstet als durch Niederschlag an dieser Stelle fällt. Das Wasser, das die Pflanzen verdunsten, kommt dann entweder aus dem Grundwasser oder aus Bewässerung.

Jahressumme Wasserbilanz 1981 – 2010 als 30-Jahresmittel

Im Jahresmittel ergeben sich nur entlang des Rheins und in einigen sehr kleinen Gebieten in den Niederungen Mittel- und Nordhessens leicht negative Wasserbilanzen. In den übrigen Gebieten Hessens ist die Wasserbilanz im Jahresmittel positiv. Die höchsten Werte treten dabei aufgrund des höheren Niederschlags und gleichzeitig geringerer Verdunstung auf den Höhen der Mittelgebirge, insbesondere im Vogelsberg und der Rhön auf.

Monatssumme Wasserbilanz 1981 – 2010 als 30-Jahresmittel

Es findet sich in den monatlichen Karten ein markanter Jahresgang mit überwiegend negativer Wasserbilanz in den Monaten April bis August und überwiegend positiver Wasserbilanz in den Monaten Oktober bis März. Im September ist die Wasserbilanz im Rhein-Main-Gebiet und bis in die Wetterau negativ, im restlichen Land positiv. Die räumliche Struktur bleibt im Jahresverlauf relativ gleich. Die niedrigsten Werte der Wasserbilanz findet man immer am Rhein, wo nur im Winter monatliche Niederschlagsüberschüsse bis zu 40 mm auftreten, von April bis September aber ein Niederschlagsdefizit herrscht. Dabei werden z. T. Werte von -40 mm unterschritten. Auf den Höhen der Mittelgebirge, besonders im Vogelsberg und in der Rhön,  bleibt die Wasserbilanz das ganze Jahr über positiv, wobei in den Wintermonaten monatliche Überschüsse von mehr als 140 mm auftreten.

© 2013 Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie