Klima: Klima – Vergangenheit/Dampfdruck

Der Dampfdruck

Die Luftfeuchte wird an den Stationen des Deutschen Wetterdienstes mit einem elektrischen Widerstandsmessgerät gemessen. Früher wurde die Feuchte aus der Lufttemperatur und der Temperatur an einem befeuchteten Thermometer (sog. Feuchtthermometer) berechnet. Ein Feuchtthermometer besteht aus einem normalen Thermometer, das mit einem feuchten sog. Strumpf überzogen ist. Der Strumpf wird ständig feucht gehalten. Wenn also Wasser aus dem Strumpf in die Luft verdunstet, so entsteht dabei Verdunstungskälte. Je trockener die Luft ist, desto mehr Wasser verdunstet am Feuchtthermometer. Aus dem gemessenen Unterschied der Temperaturen des trockenen und des feuchten Thermometers kann somit die Luftfeuchte berechnet werden.

Es gibt verschiedene Maßzahlen für die Feuchte in der Luft: die relative Feuchte, die spezifische Feuchte und den Dampfdruck.

Wärmere Luft kann mehr Feuchte aufnehmen als kühlere Luft. Die relative Feuchte beschreibt den gemessenen Feuchtegehalt der Luft relativ zum maximal möglichen Feuchtegehalt der Luft. Sie wird in Prozent angegeben. Damit steigt in einer sich abkühlenden Luftmasse der relative Feuchtegehalt an, selbst wenn sich die Menge des in ihr enthaltenen Wasserdampfes nicht ändert.

Um den absoluten Feuchtegehalt der Luft zu bestimmen, sind andere Maßzahlen nötig. Die spezifische Feuchte wird in Gramm Wasserdampf pro Kilogramm trockener Luft angegeben und beschreibt die Menge Wasser, die in einem bestimmten Luftvolumen enthalten ist. Der Dampfdruck wird in Hektopascal (hPa) angegeben und ist der Partialdruck des Wasserdampfes in der Luft. Man erhält den Dampfdruck, indem der gemessene Luftdruck in die Komponenten des Drucks der trockenen Luft und des aktuell enthaltenen Wasserdampfes zerlegt wird. Bei den Maßzahlen für die absolute Luftfeuchte zeigt sich im Mittel eine Zunahme der Feuchte mit der Temperatur (im Unterschied zu relativen Feuchte, wo dies umgekehrt ist), da wärmere Luft auch mehr Feuchte aufnehmen kann.

Zur räumlichen Darstellung der mittleren Feuchteverhältnisse wird in diesem Atlas der Dampfdruck ausgewählt.

Jahresmittel Dampfdruck 1981 – 2010 als 30-Jahresmittel

In der räumlichen Verteilung des mittleren Dampfdrucks spiegelt sich die mittlere Temperaturverteilung wieder. In den kälteren Regionen, z. B. auf dem Vogelsberg und der Wasserkuppe, ist der Dampfdruck im Mittel geringer (unter 8,8 hPa) als in den wärmeren Regionen, insbesondere am Rhein und im Rhein-Main-Gebiet (teilweise über 10 hPa). Generell finden sich höhere Feuchtewerte in den niedrig gelegenen Flusstälern als auf den höher gelegenen Gebieten. Dies liegt an der höheren Feuchtespeicherfähigkeit von warmer im Vergleich zu kalter Luft.

© 2013 Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie