Die Karte kombiniert die hydrogeologisch
bedeutsamen Gesteinseigenschaften Durchlässigkeit und Gesteinszusammensetzung.
Diese sind wesentlich für die Grundwasserbeschaffenheit und erlauben eine
erste Beurteilung des quantitativen und qualitativen Grundwasserdargebots in
Hessen.
Die neun hydrogeologischen Großeinheiten, bzw. 25 Untereinheiten, orientieren
sich im wesentlichen an den geologischen Gegebenheiten der Regionen, wobei Detailkenntnisse
hinsichtlich Durchlässigkeit, Gesteinsaufbau und Grundwasserbeschaffenheit
berücksichtigt sind.
Farbabstufungen innerhalb der Einheiten kennzeichnen verschiedene Durchlässigkeiten
der Gesteinsverbände. In Festgesteinen besteht die Gesteinsdurchlässigkeit
im wesentlichen aus der Trennfugendurchlässigkeit, in Lockergesteinen -
also in Porengrundwasserleitern - aus der Porendurchlässigkeit. Die relativen
Durchlässigkeiten werden durch drei Farbstufen unterschieden:
| hell: |
schlechte bis geringe Durchlässigkeit, |
| mittel: |
mittlere Durchlässigkeit, |
| dunkel: |
gute Durchlässigkeit. |

Abb. 1. Der Oberrheingraben bzw. das "Hessische
Ried" (im Hintergrund der Odenwald mit dem Melibocus) ist ein wichtiger
Grundwasserspeicher und ein Gebiet intensiver landwirtschaftlicher Nutzung. |
Vergleiche der Durchlässigkeitsstufen hinsichtlich
des quantitativen Grundwasserdargebots sind nur innerhalb der jeweiligen Großeinheit
zulässig, da ihre Stufen nach relativen und nicht nach strengen, für
ganz Hessen einheitlichen Durchlässigkeitswerten gegliedert sind.
Im wesentlichen wird die Grundwasserbeschaffenheit durch die großräumig
anstehenden geologischen Gesteinseinheiten geprägt. Das sind die Kristallingesteine
des Odenwaldes, die devonischen und karbonischen Schiefer und Grauwacken des
Rheinischen Schiefergebirges, Sandsteine des Rotliegend, Kalksteine des Zechsteins
und des Muschelkalkes, der Buntsandstein, die tertiären Vulkangebiete sowie
die quartären Sande und Kiese der Niederhessischen Senke, der Oberrhein-
und der Untermainebene.
Wegen der groß- und z.T. auch kleinräumig wechselnden Anteile löslicher
Gesteinsbestandteile (z.B. Sulfate im Zechstein, Mittleren Muschelkalk und Oberen
Buntsandstein Nordhessens) sind keine pauschalen Angaben über die Grundwasserbeschaffenheit
der einzelnen Grundwasserkörper gemacht. Die Übersichtskarte soll
vielmehr relative Unterschiede bei der zu erwartenden Grundwasserbeschaffenheit
aufzeigen, deren Interpretation jedoch hydrogeologische Kenntnisse voraussetzt.
Die Karte ist Teil des "Hydrogeologischen
Kartenwerkes Hessen 1:300.000" [1], das mit einem Erläuterungstext
versehen ist.
1 Diederich, G., Finkenwirth, A., Hölting,
B. Kaufmann, E., Rambow, D., Scharpff, H.-J. & Stengel-Rutkowski, W. (1992):
Hydrogeologisches Kartenwerk Hessen 1:300.000. - Geol. Abh. Hessen 95,: 83
S., Wiesbaden (Hess. L.-Amt Bodenforschung).