Geologie und Boden: Hydrogeologie


Abb. 3. Im dichtbesiedelten und intensiv genutzten Hessischen Ried führte die Grundwasserentnahme lokal zu Bodensetzungen und Schäden, etwa an Straßen.

Abb. 4. Aufbereitetes Rheinwasser wird in Gräben versickert, um den Grundwasserspiegel anzuheben.

Grundwasserergiebigkeit

Die Grundwasserergiebigkeit ist ein Parameter, der stark von örtlichen Gegebenheiten abhängig ist. Als Bewertungsgröße bei der Kartendarstellung wird nicht das Grundwasserdargebot einer Flächeneinheit, sondern - da die Grundwassergewinnung nahezu ausschließlich durch Brunnen erfolgt - die mittlere Leistung eines Brunnens im örtlichen Hauptgrundwasserleiter verwendet. Die Tiefenlage des Grundwasserleiters wird hierbei nicht dargestellt.

Bei der Einteilung in die verschiedenen Klassen der Grundwasserergiebigkeit ist zu berücksichtigen, dass diese stark vom Gestein des Grundwasserleiters abhängig ist. So werden die geringsten Grundwasserergiebigkeiten im Bereich des Rheinischen Schiefergebirges erzielt. Dies ist auf die intensiv verfalteten Tonschiefer zurückzuführen, die eine generell geringe Wasserdurchlässigkeit besitzen. Einzelne Sandsteinlinsen haben örtlich eine höhere Ergiebigkeit. Vergleichbar geringe Ergiebigkeiten haben die kristallinen Gesteine des Odenwaldes.

Die Buntsandsteingebiete haben in der Regel Ergiebigkeiten zwischen 5 und 30 l/s. Örtliche Besonderheiten können das Grundwasserdargebot deutlich verringern oder vergrößern. Die größten Grundwasserergiebigkeiten werden in den tertiären und quartären Sedimenten des Oberrheingrabens und der Hanau-Seligenstädter Senke erreicht.

In den Karstgebieten des Muschelkalks - wie im Ringgau - sind sehr stark schüttende Quellen bekannt. Hier würden Bohrungen eine große Ergiebigkeit aufweisen. Karstgebiete sind andererseits wegen der hohen Fließgeschwindigkeit des Grundwassers besonders gefährdet. In das System eingetragene Schadstoffe werden nicht gefiltert und können so rasch in einen Brunnen gelangen.

Nicht berücksichtigt in der Karte sind wirtschaftliche und qualitative Gesichtspunkte, die für eine örtliche Erschließung von besonderer Bedeutung sind. Grundwassergewinnung kann in einigen Regionen zu Konfliktsituationen mit anderen Nutzern führen. Grundwasserabsenkungen können auftreten und damit zu Veränderungen der Vegetation oder gar Setzungen führen, die wiederum Gebäudeschäden zur Folge haben können.

Da die Möglichkeit der Grundwassererschließung von sehr vielen Faktoren abhängt, ist die Beratung durch einen Hydrogeologen unerlässlich.

Die Grundwasserergiebigkeiten in Hessen sind darüber hinaus im Maßstab 1:50.000 in der Hydrogeologischen Karte der Standortkarte von Hessen dargestellt sowie im Hydrogeologischen Kartenwerk Hessen 1:300.000 [2].

2 Diederich, G., Finkenwirth, A., Hölting, B., Kaufmann, E., Rambow, D., Scharpff, H.-J. & Stengel-Rutkowski, W. (1992): Hydrogeologisches Kartenwerk Hessen 1:300.000.- Geol. Abh. Hessen 95,: 83 S., Wiesbaden (Hess. L.-Amt Bodenforsch.).






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