Die Grundwasserergiebigkeit ist ein Parameter, der stark von örtlichen
Gegebenheiten abhängig ist. Als Bewertungsgröße bei der Kartendarstellung
wird nicht das Grundwasserdargebot einer Flächeneinheit, sondern - da die
Grundwassergewinnung nahezu ausschließlich durch Brunnen erfolgt - die
mittlere Leistung eines Brunnens im örtlichen Hauptgrundwasserleiter verwendet.
Die Tiefenlage des Grundwasserleiters wird hierbei nicht dargestellt.
Bei der Einteilung in die verschiedenen Klassen der Grundwasserergiebigkeit
ist zu berücksichtigen, dass diese stark vom Gestein des Grundwasserleiters
abhängig ist. So werden die geringsten Grundwasserergiebigkeiten im Bereich
des Rheinischen Schiefergebirges erzielt. Dies ist auf die intensiv verfalteten
Tonschiefer zurückzuführen, die eine generell geringe Wasserdurchlässigkeit
besitzen. Einzelne Sandsteinlinsen haben örtlich eine höhere Ergiebigkeit.
Vergleichbar geringe Ergiebigkeiten haben die kristallinen Gesteine des Odenwaldes.
Die Buntsandsteingebiete haben in der Regel Ergiebigkeiten zwischen 5 und 30
l/s. Örtliche Besonderheiten können das Grundwasserdargebot deutlich
verringern oder vergrößern. Die größten Grundwasserergiebigkeiten
werden in den tertiären und quartären Sedimenten des Oberrheingrabens
und der Hanau-Seligenstädter Senke erreicht.
In den Karstgebieten des Muschelkalks - wie im Ringgau - sind sehr stark schüttende
Quellen bekannt. Hier würden Bohrungen eine große Ergiebigkeit aufweisen.
Karstgebiete sind andererseits wegen der hohen Fließgeschwindigkeit des
Grundwassers besonders gefährdet. In das System eingetragene Schadstoffe
werden nicht gefiltert und können so rasch in einen Brunnen gelangen.
Nicht berücksichtigt in der Karte sind
wirtschaftliche und qualitative Gesichtspunkte, die für eine örtliche
Erschließung von besonderer Bedeutung sind. Grundwassergewinnung kann
in einigen Regionen zu Konfliktsituationen mit anderen Nutzern führen.
Grundwasserabsenkungen können auftreten und damit zu Veränderungen
der Vegetation oder gar Setzungen führen, die wiederum Gebäudeschäden
zur Folge haben können.
Da die Möglichkeit der Grundwassererschließung von sehr vielen Faktoren
abhängt, ist die Beratung durch einen Hydrogeologen unerlässlich.
Die Grundwasserergiebigkeiten in Hessen sind darüber hinaus im Maßstab
1:50.000 in der Hydrogeologischen Karte der Standortkarte von Hessen dargestellt
sowie im Hydrogeologischen Kartenwerk Hessen 1:300.000 [2].
2 Diederich, G., Finkenwirth, A., Hölting, B., Kaufmann,
E., Rambow, D., Scharpff, H.-J. & Stengel-Rutkowski, W. (1992): Hydrogeologisches
Kartenwerk Hessen 1:300.000.- Geol. Abh. Hessen 95,: 83 S., Wiesbaden (Hess.
L.-Amt Bodenforsch.).