Geologie und Boden: Geologie

Erdbebenzonen und geologische Untergrundklassen für Hessen

Was stellt die Karte „Erdbebenzonen und geologische Untergrundklassen für Hessen“ dar?


Bei dieser Karte, werden Orte in Hessen verschiedenen Erdbebenzonen und geologischen Untergrundklassen zu geordnet. Die Karte gibt dem Anwender die Möglichkeit nachzuschauen, welche Orte  in Hessen einer behördlich festgestellten Erdbebengefährdung zu zuordnen sind.

Natürliche Erdbeben treten in Hessen hauptsächlich in Südhessen auf. Daher ist der Rest von Hessen auf der Karte weiß dargestellt und für das Thema Erdbebengefährdung nicht von Interesse.

Mit den beiden Zoomfunktionen kann man auf Kreisebene (Zoom +) und auf Gemeindeebene (Zoom ++) diese Zuordnung herstellen.
Eine genaue Zuordnung (auf Gemarkungsebene) kann behördlich beim HLUG festgestellt werden, oder durch einen Blick auf die unten beschriebene Karte erreicht werden.

Den unterschiedlichen Erdbebenzonen werden Gefährdungsniveaus zugeordnet, bei denen verschiedene Intensitäten zu erwarten sind. Die Intensitäten beschreiben die Wirkung eines Bebens (Schäden an Gebäuden und wie Beben von Menschen wahrgenommen werden). Intensitäten sind nicht identisch mit der Magnitude, die das Maß beschreibt, welche Energiemenge von einem Erdbeben in Form von elastischen Wellen ausgestrahlt wird.

DIN 4149 (Bauten in deutschen Erdbebengebieten)

Die hohe Besiedlungsdichte und die Konzentration empfindlicher und sicherheitsrelevanter technischer Großanlagen, Versorgungs-, Verkehrs- und Kommunikationseinrichtungen würden ein schweres Erdbeben ohne adäquate Bauweise zu einem ernstzunehmenden Risiko werden lassen. Das Bauen in den Erdbebenregionen der Bundesrepublik Deutschland  wird heute im Wesentlichen in der DIN 4149 mit dem Titel „Bauten in deutschen Erdbebengebieten - Lastannahme, Bemessung und Ausführung üblicher Hochbauten“ geregelt. Eine Novellierung und Überführung in europäische Richtlinien ist mit der Umsetzung der DIN EN 1998 geplant, die die DIN 4149 ablöst.

Die DIN 4149 ist im Jahr 2005 in einer völlig neu überarbeiteten Fassung erschienen. Wie auch in anderen Erdbebenregionen der Welt üblich, berücksichtigt diese Baunorm ein ganz bestimmtes Gefährdungsniveau, auf das man sich festlegen muss. Es werden in der Norm Beben (eigentlich Bodenbewegungen) berücksichtigt, wie sie im Mittel alle 475 Jahre einmal erwartet werden (das entspricht einer Wahrscheinlichkeit des Auftretens oder Überschreitens von 10 % innerhalb von 50 Jahren). Bodenbewegungen durch seltenere Beben, die deutlich stärker sind als bei den „500 Jahre-Beben“, gehören also zum Restrisiko. 

Planungskarte zur DIN 4149: 2005-04

Vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) wurde im Frühjahr 2007 die „Planungskarte zur DIN 4149: 2005-04, Erdbebenzonen und geologischen Untergrundklassen für Hessen, 1 : 200 000“  veröffentlicht (siehe auch Abbildung 2). Dabei handelt es sich um die Umsetzung der neuen DIN 4149 „Bauten in deutschen Erdbebengebieten“. Diese Karte ist eine Umsetzung des Beiblatts der DIN 4149. Grundlage war ein Erlass des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung vom 18. Dezember 2006 (Liste und Übersicht der im Land Hessen bauaufsichtlich eingeführten Technischen Baubestimmungen, Staatsanzeiger Nr. 51-52, Seite 2920ff).
Dieser Erlass erscheint jedes Jahr auf dem aktuellen Stand neu. Derzeit ist die Fundstelle: Staatsanzeiger 5/2011 S. 150.

Da die Norm für den „Entwurf, Bemessung und Konstruktion baulicher Anlagen des üblichen Hochbaus“ gilt, wird auch der Untergrund betrachtet. Dabei werden der Baugrund und der geologische Untergrund jeweils unterteilt und berücksichtigt.

Baugrundklassen
Abb. 1: Baugrundklassen und geologischer Untergrund

Mit diesen Informationen wird die Erdbebeneinwirkung auf ein Bauwerk  durch ein „elastisches Bodenbeschleunigungs-Antwortspektrum“ beschrieben.

Der geologische Untergrund wird in 3 Klassen unterteilt (siehe auch Abbildung 1, zur weiteren Erklärung):

  • Untergrundklasse R - felsartiger Gesteinsuntergrund
  • Untergrundklasse T - Bereich zwischen Klasse R und S
  • Untergrundklasse S – tiefe Beckenstrukturen mit mächtiger Sedimentfüllung
  • Wo gibt es die Planungskarte?

    Zu beziehen ist die Karte beim Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie, Rheingaustr. 186, 65203 Wiesbaden, Tel. 0611-6939-111, Fax. 0611-6939-113 (E-Mail: Vertriebhttp://www.hlug.de/fileadmin/img/icons/icon_send2.gif) für 5,- €  plus Porto erhältlich.

     Planungskarte
    Abb.2: Planungskarte zur DIN 4149: 2005-04, Erdbebenzonen und geologischen Untergrundklassen für Hessen, 1 : 200 000



    © 2013 Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie