Geologie und Boden: Geologie

Ton- und Ziegeleirohstoffe

Tone sind Verwitterungs- und Abtragungsprodukte der Erdkruste. Sie entstehen im kontinentalen und marinen Bereich. Ihre Vielfalt ist von den physikochemischen Bildungsbedingungen abhängig, die ein breites Spektrum der Eigenschaften und damit die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten der Tone begründen.

Die Hauptverbreitungsgebiete der Ton-Rohstoffe sind: Westerwald, Hessische Senke, Taunus, Raum Gießen, Ostsauerländer Randgebirge. Es handelt sich überwiegend um kontinentale Bildungen (Westerwald, Taunus). Melanien- und Rupeltone (Hessische Senke) sind Meeresablagerungen.

Die Hauptverbreitungsgebiete der Ziegelei-Rohstoffe Löss und Lehm (Lösse sind periglaziale äolische Ablagerungen, aus denen sich durch Entkalkung und/oder Umlagerung Lehme bilden) sind: Bergstraße, Reinheimer Hügelland, Taunus, Hessische Senke, Osthessisches Bergland. Die Tonsteine des Rotliegend und Röts sind vor allem in Ost- und Nord-Hessen verbreitet.

Glashafentone, Fetttone und feuerfeste Spezialtone werden im Verbund mit Braunkohle bei Glimmerode und Großalmerode in Osthessen abgebaut. Bentonite, die vor allem im Westerwald und Vogelsberg vorkommen, bilden sich überwiegend aus basaltischen Tuffen und Vulkaniten. Bentonite werden zzt. nur im Westerwald abgebaut.

Erzeugnisse der Ziegelindustrie sind Massenbaustoffe (Mauerziegel, Klinker, Dach- und Deckenziegel). Tone werden für Produkte der Grob-, Fein- und Kunstkeramik, für Baustoffe und Schmelztiegel verwendet. Kaoline, kaolinitische Tone und "fire-clay-Tone" finden Verwendung in der Papier-, Keramik- und Feuerfest-Industrie, als Füllstoffe (Farben, Lacke, Gummi, Kunststoffe), Keramikträger (Abgaskatalysatoren), in der Waschmittelindustrie und als Dichtungsmaterial (Deponie, Altlastensanierung). Breitgefächert ist ebenfalls die Verwendung der Bentonite: u.a. Papierindustrie und pharmazeutische Industrie, Abwasser- und Textilreinigung, Farben, Lacke, Kosmetika, Landwirtschaft, Umweltschutz (z.B. Gewässerschutz) und Dichtungsmaterial (Deponien, Altlastensanierung).

Die Hauptmenge der gewinnbaren Tonrohstoffe ist im Tertiär und in der Oberkreide sowie während des Oberen Buntsandsteins (Röt) entstanden. Keupertone sowie Tone und Tonmergel des Zechsteins werden nur an wenigen Stellen abgebaut. Bei der Fördermenge von hochwertigen Tonrohstoffen nimmt Hessen in der Bundesrepublik die dritte Position ein. Die gewinnbaren Vorräte an reinen Kaolinen und Bentoniten spielen keine Rolle.

Ergänzend zu den Ton- und Ziegelei-Rohstoffen sind in die Karte die ehemaligen Abbaustellen der Bauxite und deren Verbreitungsgebiet eingetragen.



Abb. 11. In der Ziegelei Volkmarshausen werden Tone des Oberen Buntsandsteins (Röt) abgebaut. Sie sind durch Ablaugung von Gips (die hellen Lagen im Inset) leicht verbogen.




© 2013 Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie