Geologie und Boden: Geologie

Hintergrundgehalte umweltrelevanter Schwermetalle in Gesteinen und Böden

Schwermetalle in Gesteinen und Böden können bedeutsam für die belebte Natur sein. Die Karte zeigt nach schwermetallgeochemischen Gesichtspunkten gegliederte Gesteinsgruppen. Weitergehende Angaben macht eine Übersichtskarte im Maßstab 1:300.000 [3]. Hier sind Konzentrationen und statistische Kennzahlen von sieben umweltrelevanten Schwermetallen und Arsen zu den Gesteinseinheiten und den sie überlagernden Böden zusammengestellt. Es ist nur das in der jeweiligen geologischen Einheit vorherrschende Gestein dargestellt, so dass sich orientierende lokale Aussagen über Hintergrundgehalte aus der Karte ohne örtliche geologische Zusatzinformationen nur eingeschränkt ableiten lassen.


Abb. 7. Bei Untersuchungen im Stadtgebiet von Wiesbaden wurden hohe Arsen-Gehalte festgestellt, die auf natürlich vorkommende Thermalwässer zurückgeführt werden konnten, die in der jüngsten Erdgeschichte durch Oberflächenschotter zirkulierten [4]. Auch heute noch fördert der Kochbrunnen arsenhaltiges Wasser.

Ausgehend von der Überlegung, dass allein die mineralogische Zusammensetzung eines Gesteines, nicht aber dessen geologisches Alter oder petrographische Ausbildung die geochemische Zusammensetzung bestimmt, sind die in der Geologischen Übersichtskarte von Hessen 1:300.000 aufgeführten Gesteine sechs Gesteinsgruppen zugeordnet (das sedimentäre Tertiär ist wegen raschen Gesteinswechsels hier ausgenommen). Gesteinsuntergruppen wurden darüberhinaus gesondert ausgewertet, wenn sich gesetzmäßige Abweichungen der Hintergrundgehalte einer regional oder petrographisch definierbaren Untereinheit herausgestellt haben. Die Zuordnung der in Hessen vertretenen Gesteinsvielfalt zu den sechs Gesteinshauptgruppen ist teilweise unscharf, weil Gesteine vielfach Produkte kontinuierlicher Misch- oder Entwicklungsreihen zwischen definierten Endgliedern sind (z.B. Sand - Ton oder Gabbro - Granit). Darüber hinaus sind, besonders in Sedimentgesteinsabfolgen, innerhalb einer geologischen Einheit Wechselfolgen in der Größenordnung mm bis 10er m verbreitet.

Die Auswertung erfolgte mittels der Datenbestände des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie. Die Extrapolation der bei Untersuchungen im lokalen bis regionalen Maßstab gewonnenen Daten auf z.T. landesweit verbreitete Gesteinsgruppen erfolgte nach Abwägung möglicher Fehlerquellen aufgrund geologischer, mineralogischer und geochemischer Überlegungen. In Fällen unvollständiger Datenlage sind Literaturangaben herangezogen.


3 Rosenberg, F. & Sabel, K.-J. (1996): Hintergrundgehalte umweltrelevanter Schwermetalle in Gesteinen und oberflächennahem Untergrund Hessens. - Übersichtskarte 1:300.000, Wiesbaden (Hess. L.-Amt Bodenforsch.) [ISBN 3-89531-701-2]

4 Rosenberg, F. & Mittelbach, G. (1996): Geogene Arsenanreicherungen im Wiesbadener Bergkirchenviertel.-Geol. Jb. Hessen 124: 175-189, Wiesbaden


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