| Geologie und Boden: Geologie |
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Im Gelände muss der Geologe aus den wenigen Gesteinsaufschlüssen
ein räumliches Bild der Lagerung der Gesteinsschichten entwickeln und die
unterschiedlichen Gesteinseigenschaften charakterisieren. Als wichtigste Hilfsmittel
dienen dazu der Geologenhammer (zum Aufschlagen der Gesteinsproben und zur Beobachtung
am frischen Gestein), der Geologenkompass (zum Einmessen der Schichtlagerung),
eine Lupe (zur makroskopischen Gesteinsbeschreibung), der Bohrstock (für
1 bis 2 m tiefe Sondierungsbohrungen im Lockergestein), verdünnte Salzsäure
(zur Karbonatbestimmung) sowie Geländebuch und Fotoapparat (zur Dokumentation).
Nicht zu unterschätzen ist dabei die im Gelände gewonnene Erfahrung
kartierender Geologen, die es ihnen erlaubt, die Beobachtungen zu werten und
in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Das während der Geländetätigkeit
entstehende räumliche Bild über die Lage der Gesteinseinheiten im
Untergrund wird dann in Form einer geologischen Karte in die Ebene zu einer
zweidimensionalen Darstellung in eine topographische Karte projiziert (Abb.
5). Dabei werden unterschiedliche Gesteinseinheiten durch Farben gekennzeichnet
und viele der im Gelände gewonnenen Daten, wie zum Beispiel die Lagerungsverhältnisse,
in Symbolen in der Karte eingetragen. Zusätzlich zeigen geologische Schnitte
die Lagerung der Gesteinseinheiten bis in größere Tiefen (mehrere
100 m) und geben so dem Leser der geologischen Karte einen Einblick in die obersten
Bereiche der Erdkruste.
Locker- und Festgesteine stehen an der Erdoberfläche in natürlichen
Aufschlüssen wie Felsklippen oder in künstlich geschaffenen Aufschlüssen
wie Steinbrüchen, Kiesgruben, Baugruben, Straßenböschungen,
Weganschnitten an. Unter Tage geben Bergwerke oder Bohrungen Einblicke in die
Gesteinseinheiten.
Wichtige Informationen über den Untergrund erhält der Geologe durch
die Ansprache von Steinen und Gesteinsbruchstücken an der Oberfläche,
den sog. "Lesesteinen". Auch die Form und Ausbildung des Geländereliefs
wird durch verschiedene Gesteinstypen geprägt. So bedingen harte Gesteine
wie Grauwacken, Basalte, Sandsteine oder Kalksteine häufig Bergrücken,
während weiche, beispielsweise tonige Gesteine zu flachen Hängen und
Senken führen.
Alle diese Beobachtungspunkte werden von dem Geologen in einen logischen Zusammenhang
gebracht und in einer geologischen Karte dargestellt.
Dabei helfen spezielle Untersuchungsmethoden der Mineralogie (Mineralkunde),
der Petrologie (Gesteinskunde), der Paläontologie (Versteinerungskunde),
der Hydrogeologie (Grundwasserkunde), der Lagerstättenkunde, der Geophysik
und der Geochemie. Diese sind meist in umfangreichen Erläuterungen zur
Geologischen Karte von Hessen 1:25.000 dargestellt.
Die Informationen der detaillierten geologischen Karten können zusammengefasst
und in Übersichtskarten kleinerer Maßstäbe, wie der Geologischen
Übersichtskarte von Hessen (GÜK 300), dargestellt werden.
Im Zuge der digitalen Bearbeitung werden die Inhalte der geologischen Karten
zunehmend auch mit anderen, z. B. bodenkundlichen, hydrogeologischen, geochemischen,
aber auch Wetterdaten u. a. verschnitten. Dabei ist vor allem die Unterlegung
der älteren Karten mit der aktuellen Topographie ein wichtiger Schritt
zur Orientierung des Karten nutzers, da z. B. teilweise noch Höhenangaben
in preußischen Fuß vorliegen. So können zu bestimmten Fragestellungen
thematische Karten erstellt werden, die dann auch von Nichtgeologen einfach
zu lesen sind, da in ihnen die komplexen geowissenschaftlichen Daten je nach
Fragestellung vereinfacht dargestellt wurden.
1 vgl. Hoppe, A.(1996): 50 Jahre Hessisches Landesamt für Bodenforschung: Standortbestimmung und Ausblick. - Geol. Jb. Hessen, 124:3-11, Wiesbaden sowie Thews, J.-D.(1996): Geschichte des Hessischen Landesamtes für Bodenforschung 1946-1996.-Geol. Jb. Hessen 124: 15-37, Wiesbaden.
2 Stifft, C. E.: Geognostische Beschreibung des Herzogthums Nassau, in besonderer Beziehung auf die Mineralquellen dieses Landes, mit einer petrographischen Karte [1:125.000] und einem Niveauprofile der vorzüglichsten Mineralquellen.-606 S., Wiesbaden 1831 (L. Schellenberg).
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