Geologie und Boden: Boden

Ertragspotenzial des Bodens (siehe Karte)

Das Ertragspotenzial eines Bodens wird vor allem durch seine Durchwurzelbarkeit, insbesondere die des Unterbodens, und von der Fähigkeit des Bodens Wasser in pflanzenverfügbarer Form zu speichern begrenzt. Unter den heutigen wirtschaftlichen und technischen Bedingungen in Hessen ist eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen nicht die limitierende Größe.

Als Schätzgröße für das Ertragspotenzial wird die nutzbare Feldkapazität im durchwurzelbaren Bodenraum [nFKdB] zugrundegelegt. Das Ertragspotenzial eines Bodens ist bei vergleichbarem Klima umso höher je größer die nFKdB ist.

Durch Maßnahmen des Bodenschutzes und der Planung sollten die Flächen mit hohem bis sehr hohem Ertragspotenzial als Vorranggebiete für die Landwirtschaft mit Schwerpunkt Ackerbau sowie Sonderkulturen erhalten werden. Gesetzliche Grundlagen hierfür finden sich im Bundes-Bodenschutzgesetz, dem Bundes-Naturschutzgesetz sowie dem Hessischen Naturschutzgesetz und Altlasten- und Bodenschutzgesetz.

Handlungsempfehlungen bei unterschiedlichem Ertragspotienzial des Bodens:


Abb. 4. Ackerbauliche Nutzung auf einem Standort mit hohem Ertragspotenzial.
Ertragspotenzial Handlungsempfehlung
sehr gering und gering Flächen mit eingeschränktem landwirtschaftlichen Ertragspotenzial und problematischen Böden (s. a. Nitratauswaschungsgefährdung) sollten als Vorranggebiete für Flächenstilllegung, extensive Landbewirtschaftung und Grundwasserneubildung genutzt werden
mittel Flächen zur extensiven landwirtschaftlichen Nutzung mit hohem Grünlandanteil im Wechsel mit Wald, z. T. geeignet für Flächenstilllegung, Vorranggebiete für Förderprogramme "Landwirtschaft und Landschaftspflege" (Offenhaltung der Landschaft)
hoch und sehr hoch Vorranggebiete für die Landwirtschaft mit Schwerpunkt Ackerbau, auch Sonderkulturen, überwiegend in klimatisch begünstigten Beckenlanschaften mit nährstoffreichen Böden, oft Stadtnähe. Vermeidung von Flächenverlust, Minderung von Schadstoffeinträgen, Schutz des Humuskörpers, Bodenerosion unterbinden.

 


© 2009 Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie