Geologie und Boden: Boden

Boden-Dauerbeobachtung (siehe Karte)

Die Böden sind - trotz rasanter wissenschaftlich-technischer Entwicklung - auch künftig für Menschen und Natur eine unentbehrliche Lebensgrundlage. In einer Handvoll Boden befinden sich mehr Lebewesen, als Menschen auf dem Planeten Erde leben. Bodenschutz ist deshalb eine immer wichtiger werdende gesellschaftspolitische Forderung und eine ökologische Herausforderung.

Um nachhaltig ihre wirtschaftliche Nutzungs- und ökologische Leistungsfähigkeit zu erhalten, ist eine genaue Kenntnis der vielfältigen stofflichen Eigenschaften von Böden auch in ihrer zeitlichen Entwicklung erforderlich. Diese Informationen sind bei vorhandenen Belastungen besonders bedeutsam. Veränderungen der Bodenqualität sind oft nicht mehr rückgängig zu machen. Sie erfolgen meist nahezu unmerklich über lange Zeiträume und haben unterschiedliche Auswirkungen auf den Boden. Einzelne Bodenanalysen sagen daher wenig aus über Belastungen und Veränderungen, denen die Böden ausgesetzt sind.


Abb. 6. Einrichtung einer Bodendauerbeobachtungsfläche.

Mit der Verabschiedung des Bundes-Bodenschutzgesetzes wurden der vorsorgende Bodenschutz und die nachhaltige Nutzung der Böden gesetzlich festgeschrieben. Grundlage des vorsorgenden Bodenschutzes sind Informationen zur Bodenverbreitung und zum Bodenzustand sowie darüber hinaus Daten zur Entwicklung und Veränderung der Böden im Zeitablauf. Diesbezügliche Daten sollen in Bodeninformationssystemen verfügbar gemacht werden. Die Boden-Dauerbeobachtung als Instrument des vorsorgenden Bodenschutzes [2] erfasst Daten zur Entwicklung und Veränderung der Böden. Grundlage der bisherigen Boden-Dauerbeobachtung ist die "Konzeption zur Einrichtung von Boden-Dauerbeobachtungsflächen (BDF)" [3]. Diese Konzeption zielt auf eine länderübergreifende Vereinheitlichung der Vorgehensweise bei der Auswahl und der Einrichtung von BDF sowie der Probennahme und der Probenverwahrung, der Analytik und der Datenhaltung.

Die Ziele der Boden-Dauerbeobachtung sind:

Auf den Boden-Dauerbeobachtungsflächen werden meist in fünfjährigen Intervallen die folgenden Parameter erhoben: pH, CaCO3, Corg , org. Sub., N, C/N, Austauschkapazität, Feo, Fed, Mno, Mnd, Alo, Ald, P2O5, K2O, Mg, Ges. P, Ges. K, Ges. Mg, Sb, V, Al, Pb, Cd, Cr, Cu, Ni, Sb, V, Zn, As, Korngrößen, Tonminerale, Schwerminerale, Porenverteilung, Dioxine und Furane, Chlorierte Kohlenwasserstoffe [HCB, Alpha-HCH, Beta-HCH, Gamma-HCH (Lindan), DDT], Polycyclische Biphenyle (Ballschmitter Kongenere), Polycyclische Aromate (EPA-Liste). Auf den Intensiv-Boden-Dauerbeobachtungsflächen werden zusätzliche Sonderuntersuchungen in höherer zeitlicher Auflösung durchgeführt.


2 vgl. Emmerich, K.-H. & Kaiser, B. (1998): Boden-Dauerbeobachtung in Hessen. - Geologie in Hessen, 2:28 S., Wiesbaden (Hess. L.-Amt Bodenforschung).

3 Sonderarbeitsgruppe Informationsgrundlagen Bodenschutz, SAG (1991): Arbeitshefte Bodenschutz 1; München

 


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