Geologie und Boden: Boden

Biotopentwicklungspotenzial des Bodens (siehe Karte)

Böden dienen als Lebensraum für Mikroorganismen und Bodentiere, sind Standort von Pflanzen und Bestandteil von Lebensräumen für Biozönosen. Diese Biotopfunktionen sind vor allem für den flächenhaften Naturschutz interressant, besonders unter den Aspekten der Biotopvernetzung, -entwicklung und -regeneration. Auswertungen der Roten Listen haben gezeigt, dass viele der verschollenen und gefährdeten Arten zu einem erheblichen Teil zu Pflanzengesellschaften (Trocken- und Halbtrockenrasen, Feuchtwiesen, Zwergstrauchheiden, Borstgrasrasen und Moore) gehören, deren Vorkommen häufig an extreme Standortbedingungen gebunden ist. Extrem vor allem bezüglich Wasser- und Lufthaushalt oder Nährstoffversorgung bzw. Basenreaktion. Infolge der intensiven Landnutzung, Tourismus etc. sind solche Standorte relativ selten geworden. Für die Belange des Naturschutzes (Biotopverbundsysteme, Auenverbund, Biotopentwicklung) sind vor allem

bei standortgemäßer Nutzung potenziell wertvolle Standorte.

Gesetzliche Grundlagen:
Im Rahmen der Landschaftsplanung sollten die Flächen mit besonderer Bedeutung für die Biotopentwicklung, Biotopvernetzung, Entwicklung von Biotopverbundsystemen sowie die Renaturierung dargestellt werden. Gesetzliche Grundlagen hierfür finden sich im Bundes-Bodenschutzgesetz, im Bundes-Naturschutzgesetz sowie dem Hessischen Naturschutzgesetz und Hessischen Altlasten- und Bodenschutzgesetz.

 


Abb. 5. Extremer Trockenstandort, Blockmeer in Südhessen.

Maßnahmen:
Leitbild der Planung ist eine Nutzungsanpassung mit dem Ziel des Erhaltes standortbedingter Extrema als Grundlage für die Biotopentwicklung. Maßnahmen hierfür sind:

  • Erhalt überwiegend zusammenhängender Flächen
  • Erhalt und Regeneration zusammenhängender Flächen in Auenlagen
  • Sicherung und Regeneration zusammenhängender Moorflächen
  • Minimierung der Nährstoffzufuhr, Verbot der Düngung auf Magerstandorten
  • Entwicklung von Konzepten zur Aushagerung
  • Entwicklung und Umsetzung von Pflegemaßnahmen (Vertragsnaturschutz)
  • Entwicklung und Förderung extensiver Bewirtschaftungskonzepte
  • Durchführung von Wiedervernässungsmaßnahmen im Rahmen naturschutzfachlicher Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen
  • Einbeziehung von Pufferflächen

 


© 2009 Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie