Energie: Großfeuerungsanlagen

Energieeinsätze bei Großfeuerungsanlagen

Mit der Änderung der Verordnung über Großfeuerungs- und Gasturbinenanlagen (13. BImSchV) im Juli 2004 [13. BImSchV] wurden Betreiber dieser Anlagen verpflichtet, neben bisher zu berichtenden Emissionen auch jährliche Energieeinsätze zu melden. Mit Großfeuerungs- und Gasturbinenanlagen sind Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung von über 50 Megawatt gemeint. Die Energieeinsätze werden in fünf verschiedene Brennstoff-Kategorien aufgeteilt (siehe Tabelle 1). Dabei beziehen sich die erhobenen Energieeinsätze auf den unteren Heizwert des Brennstoffes. Dies vereinfacht den Vergleich von Energiemengen verschiedener Brennstoffe. Mit den Energiemengen erfolgt allerdings keine Aussage darüber, wie viel Energie die Großfeuerungsanlage an Verbraucher weitergibt. Das ist zusätzlich abhängig vom Wirkungsgrad und von der Frage, ob Strom oder/und Wärme abgegeben wird.

Tabelle 1: Brennstoffkategorien der 13. BImSchV

Brennstoff-Kategorie Brennstoffe
Biobrennstoffe
feste Biobrennstoffe wie Holz u. ä.
Sonstige feste Brennstoffe Kohle
Flüssige Brennstoffe Heizöl (extra leicht (EL) und schwer), Biodiesel
Erdgas
Erdgas
Sonstige gasförmige Brennstoffe Biogas, Deponiegas, Klärgas u. ä.

In der Tabelle 2 ist der Vergleich der Brennstoffkategorien zwischen 2004 und 2014 aufgeführt. In 2004 hatte die Kohle noch einen Anteil von 56 % an den gesamten Brennstoffen. Dieser Anteil ist auf 36 % zurückgegangen. Dafür hat sich der Brennstoffanteil von Erdgas von 42 % auf 61 % erhöht. Die anderen Brennstoffkategorien spielen eine untergeordnete Rolle. Auffällig ist, dass der gesamte Energieeinsatz bei Großfeuerungsanlagen deutlich gesunken ist. Gegenüber 2004 ist der Energieeinsatz nur noch bei 57 %.

Tabelle 2: Energieeinsätze der Brennstoffkategorien im Jahr 2014 in Terajoule

Feste Biobrenn-stoffe Sonstige feste Brenn-stoffe Flüssige Brenn-stoffe Erdgas Sonstige gasförmige Brennstoffe Summe
2004
TJ
782
72.158
1.487
53.610
297,1
128.334
2014
TJ
1.791,5
25.983
196
44.064
833,6
72.868
2004
%
0,6
56,2
1,2
41,8
0,2
2014
%
2,5
35,7
0,3
60,5
1,1

In der nachfolgenden Abbildung 1 ist die Entwicklung der Brennstoffeinsätze für die einzelnen Kategorien ab 2004 jährlich dargestellt. Auffällig ist die deutliche Senkung der Brennstoffmenge für Erdgas im Jahr 2009. Ggf. erfolgte sie aufgrund der in 2008/2009 deutlich gestiegenen Erdgas-Preise [DESTATIS]. Ab 2009 ist zusätzlich ein klarer Trend bei der Reduzierung des Kohleeinsatzes zu erkennen.


Abbildung 1: Entwicklung der Brennstoffeinsätze bei Großfeuerungsanlagen

In der Karte wird die Summe der Energieeinsätze pro Kreis oder kreisfreier Stadt ab 2004 dargestellt. Markant sind die Energieeinsätze in der Stadt Frankfurt und im Main-Kinzig-Kreis. In Frankfurt sind sieben Betriebsstätten mit Großfeuerungsanlagen beteiligt. Im Main-Kinzig-Kreis gibt es zwei Betriebsstätten. Bei einer dieser Betriebsstätten sind in 2012/2013 zwei Blöcke stillgelegt worden. Hier ist bereits seit 2011 eine deutliche Reduzierung der Energieeinsätze zu erkennen, welche sich ab 2013 nochmals deutlich verstärkt hat.

Literatur

[13. BImSchV] Dreizehnte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über Großfeuerungsanlagen - 13. BImSchV) in der Fassung vom 2. Mai 2013 (BGBl. I S. 1021, 1023, (3754))

[DESTATIS] Statistisches Bundesamt 2016, Daten zur Energiepreisentwicklung, zuletzt abgerufen am 02.06.2016

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